Island Camping-Guide: Alles, was du über Camping in Island wissen solltest
Island hat als Camping-Ziel in den letzten Jahren extrem an Beliebtheit gewonnen. Das stelle ich immer wieder fest, wenn ich Fragen dazu bekomme und heraus klingt, dass Island und Camping irgendwie spannend sind, aber auch viel Unsicherheit mit sich bringt. Damit möchte ich aufräumen!
Island ist ein super Camping-Ziel und das aus ganz verschiedenen Gründen: man ist maximal flexibel, immer draußen und im Kontakt mit der Natur, die Island ja auch ausmacht.
Die Isländer selbst sind seit jeher eine Camper-Nation, deshalb gibt es die passende Infrastruktur. Vielleicht ein bisschen einfacher als wir es kennen, aber dafür an den schönsten Orten, die man sich vorstellen kann.
Dieser Guide hilft dir, gut vorbereitet in deinen Camping-Trip zu starten und trotzdem dafür offen zu bleiben , was Island mit dir vorhat.
Du bekommst alle wichtigen Infos und Tipps rund um die Planung deiner Reise: Was ist die beste Reisezeit, Camper mieten oder lieber das eigene Fahrzeug mitnehmen? Wie kommt man nach Island? Was sollte dabei sein und wie teuer ist so eine Reise eigentlich?
Dann gehen wir konkret ins Camping: Was kostet ein Campingplatz? Wie läuft das mit Wasser, Strom und Entsorgung? Was ist erlaubt, was sollte man lieber sein lassen? Ich teile meine Erfahrungen, konkrete Empfehlungen und nützliche Hinweise, damit du dir unterwegs keine Gedanken machen musst.
Planung deines Camping-Trips nach Island
Lass uns mal in die Planung gehen.
Leider kann man ja nicht einfach drauf losfahren und in Island rauskommen, wie bei anderen Zielen in Europa, deshalb beschäftigen wir uns erstmal mit der Frage, wie man eigentlich campen möchte: im Zelt, im Miet-Camper oder mit dem eigenen Fahrzeug? Dann stelle ich dir die Jahreszeiten mit ihren Reizen und Tücken vor.
Island mit dem Zelt
Man kann in Island zelten (Überraschung, oder?), ich würde jedoch sagen, dass man es wollen muss. Man ist dem Wetter direkt ausgesetzt und braucht entsprechendes Equipment. Aus eigener Erfahrung: es kann ungemütlich werden. Glücklicherweise haben Campingplätze meist eine Kochmöglichkeit und einen Aufenthaltsraum. Viele Zeltwiesen sind so gelegen, dass sie windgeschützt sind, wobei das bei Wind aus allen Richtungen auch eher schwierig ist.
Ich war mit dem Zelt im Hochland auf meinen Laugavegur-Wanderungen unterwegs und würde es jederzeit wieder den Übernachtungen in Hütten vorziehen. Entlang der Ringstraße oder bei einer Auto-Reise durch Island würde ich persönlich feste Unterkünfte vorziehen, habe aber auf allen Campingplätzen, wo ich mit dem Camper war, auch Zelte gesehen.
Wie oben schon gesagt, sollte das Equipment zu Island passen. Ein möglichst stabiles Zelt, dicke Schlafsäcke und gut isolierte Isomatten sind ein absolutes Muss, auch im Sommer. Mein Schlafsack hat eine Komfort-Temperatur von -6°C, meine Isomatte ist ca. 5,5 cm dick und sollte laut Hersteller bis zu -19°C aushalten. Mit der Kombination bin ich im Juli im Hochland fast an meine Grenzen gekommen.
Darf ich in Island überall zelten?
Die kurze Antwort: nein.
Aber: Du darfst in bestimmten Regionen unter bestimmten Umständen dein Zelt auch mal außerhalb eines Campingplatzes aufschlagen, wenn du zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs bist.
Entlang öffentlicher Straßen in bewohnten Gebieten darfst du eine Nacht auf nicht bewirtschaftetem Land übernachten, wenn kein Campingplatz in der Nähe ist und der Landbesitzer es nicht verboten hat (z. B. durch Schilder oder Zäune).
Entlang öffentlicher Straßen in unbewohnten Gebieten ist das Zelten auf privatem oder staatlichem Grund erlaubt. Du solltest hier jedoch auch nur eine Nacht stehen und keinen zwei-wöchigen Campingurlaub verbringen.
Abseits öffentlicher Straßen ist das Zelten genauso erlaubt, sofern es keine gesonderten Regeln für das Land gibt, wie z. B. Naturschutzgebiete, Nationalparks und andere Gebiete. Dazu hat Umhverfisstofnun, die isländische Behörde für Umwelt- und Naturschutz, einen guten Überblick erstellt, den du weiter unten findest, weil er hier zu lang wäre.
Du brauchst die Erlaubnis vom Landbesitzer, wenn:
- du in der Nähe von Häusern oder Höfen zelten willst
- du länger als eine Nacht bleiben willst
- du mehr als drei Zelte aufstellen willst
- das Land bewirtschaftet oder eingezäunt ist
- du mit Camper, Wohnmobil, Dachzelt und allen anderen Campingfahrzeugen unterwegs bist
Du darfst nicht übernachten, wenn:
- das Risiko besteht, die Natur zu beschädigen
- der Landbesitzer seinen eigenen Campingplatz betreibt (dann wirst du dorthin verwiesen und zahlst ganz normal für die Übernachtung)
- es in der Nähe einen Campingplatz gibt
- das Gebiet unter Naturschutz steht oder spezielle Regeln gelten
Island mit dem Miet-Camper
Die beliebteste Variante für Islandreisen: ein gemieteter Campervan, ein kleines Wohnmobil oder ein PKW mit Dachzelt.
Es gibt eine Vielzahl an Anbietern, von einfach und günstig bis super komfortabel. Inzwischen gibt es sogar ein paar deutsche Anbieter, die diese Fahrzeuge in Island vermieten.
Der große Vorteil, einen Van in Island zu mieten, ist, dass man fix mit dem Flugzeug hin und wieder zurück fliegen kann und Camping in Island damit auch für Personen zugänglich gemacht wird, die nicht ewig Zeit für An- und Abreise und/oder keinen eigenen Camper haben. Mietwohnmobile und -Camper sind in der Regel mit allem ausgestattet, was man zum Camping benötigt und so ausgebaut, dass man auch mal einen Regentag drinnen verbringen kann.
Egal, in welcher Preisklasse du unterwegs sein willst, Mietcamper sind in der Regel perfekt auf Island abgestimmt, mit ordentlicher Isolation, Standheizung und warmen Bettzeug. Achte bei der Auswahl deines Vermieters unbedingt auf den Versicherungsschutz (Wind, Asche, Sand), die Ausstattung (Heizung, Küche, Strom, Bettwäsche) und wenn du ins Hochland willst, ob du mit deinem Fahrzeug überhaupt dort hin darfst. Nicht alle Camper sind für’s Hochland zugelassen, nicht alle Camper sind für’s Hochland gemacht. Hochland-Camper haben in der Regel Allrad, sind höher als normale Fahrzeuge, damit sie Flüsse queren können und haben noch ein paar andere Features, die sie für das Hochland qualifizieren.
Wo kann ich in Island einen Camper mieten?
Einerseits bei größeren Mietwagenportalen, andererseits bei spezialisierten Camper-Vermietungen. Ich würde zu Letzteren raten, weil hier die Expertise sitzt.
Happy Campers
Ich bin Partnerin von Happy Campers, einem sehr sympathischen Familienunternehmen, das Campervans in Island vermietet. Bei Happy Campers findest du Camper in allen Größen mit top-Ausstattung und super Service, die immer zur Jahreszeit passen.
Mit dem Code halloisland5 sparst du 5% auf den Mietpreis.

Island mit dem eigenen Wohnmobil oder Van
Du kannst natürlich auch mit dem eigenen Fahrzeug nach Island reisen. Die Anreise erfolgt über die Fähre ab Dänemark, alternativ kann man auch ab Cuxhaven verschiffen.
Die Reise mit dem eigenen WoMo oder Camper bringt super viele Vorteile mit sich, man kennt sein Fahrzeug, man kann es zuhause entsprechend packen und ausstatten und man kann zum Beispiel auch die Straße 35 im Hochland fahren, ohne dass eine Mietwagenfirma sich dagegen stellt (die 35 ist eine der leichteren F-Roads ohne Flussquerungen, dafür mit viel Schotter und Schlaglöchern).
Der größte Nachteil an der Reise im eigenen Fahrzeug ist die Zeit für An- und Abreise, also 4 Tage auf See und die Zeit zwischen Zuhause und Hirtshals im Norden von Dänemark. Je nach Länge des Aufenthalts in Island, ist ein Miet-WoMo sogar günstiger.
Kann ich meinen Hund mitnehmen?
Nein, das ist keine Option.
Haustiere dürfen nur an bestimmten Tagen über den Flughafen Keflavík eingeführt werden und müssen anschließend mehrere Wochen in Quarantäne, die auf eigene Kosten erfolgt. Der Import von Haustieren ist nicht für Urlaubsreisen gedacht.
Wichtig: Tiere, die über den Seeweg nach Island gebracht werden, werden eingeschläfert.
Hinweis: Für alle Informationen zur Einreise mit Haustieren ist die isländische Lebensmittel- und Veterinärbehörde (MAST) zuständig. Dort findest du aktuelle Anforderungen, Quarantänebedingungen, Einfuhrtermine und notwendige Formulare.
Was darf ich mit dem eigenen Fahrzeug nach Island bringen und wie läuft das mit dem Zoll?
Ca. 30 Tage vor Einreise meldet sich die isländische Zollbehörde Skatturinn per E-Mail bei dir mit dem Aufruf, eine Erklärung für den Zoll auszufüllen. Das passiert über ein Online-Formular und sorgt letztendlich für eine reibungslose Einreise.
Man darf bis zu 10 kg Lebensmittel mit einem maximalen Wert von ca. 200 Euro pro Person einführen. Ungekochtes Fleisch (dazu zählen auch geräucherter Schinken und Salami), ungekochte Milch und rohe Eier dürfen nicht eingeführt werden.
Es dürfen maximal 200 Zigaretten, bzw. 250 Gramm Tabak ins Land gebracht werden und für Alkohol gibt es verschiedene Kombinationen:
- 1 Liter Alkohol mit über 21% Alkohol, 0,75 Liter Wein und 3 Liter Bier oder
- 3 Liter Wein und 6 Liter Bier oder
- 1 Liter Alkohol mit über 21% Alkohol und 6 Liter Bier oder
- 1,5 Liter Wein und 12 Liter Bier oder
- 18 Liter Bier
Reit- und Angelausrüstung muss auch beim Zoll angemeldet werden. Beides darf nur mitgebracht werden, wenn es nachweislich und ordnungsgemäß desinfiziert wurde, idealerweise ist es neu. Gebrauchte Ausrüstung darf nämlich gar nicht eingeführt werden, weil es sich nicht ausreichend desinfizieren lässt (und wie will man das nachweisen?).
Fähre oder Mietwagen – was kostet’s?
Ich habe ein kleines Rechenbeispiel am 05. Februar 2026 aufgestellt und dafür die Angaben von Smyril Line und northbound genutzt. Die Preise sind deshalb eher eine Orientierung zu sehen, nicht als gesetzt (ehrlich gesagt ist Februar auch einfach viel zu spät, um eine Juni-Reise zu planen, weil es günstiger ist, je früher man bucht). Bei meiner Recherche gab es z. B. nur noch ein verfügbares Wohnmobil in den Abmessungen, mit denen ich die Fährfahrt berechnet habe.
2 Wochen Island
Reise für 2 Personen vom 11. bis 25. Juni 2026
(14 Nächte in Island, bei Fähre zzgl. See-Tage)
~4.300 €
~4.100 €
3 Wochen Island
Reise für 2 Personen vom 04. bis 25. Juni 2026
(21 Nächte in Island, bei Fähre zzgl. See-Tage)
~3.800 €
~5.800 €
Wann ist die beste Zeit für Camping in Island?
Der letzte Punkt in unserer Planung… Was ist die beste Zeit für Camping in Island? Ich würde sagen, es kommt drauf an.
Fakt ist: Island ist zu jeder Jahreszeit schön und es hat zu jeder Jahreszeit seinen Charme. Ob man aber den winterlichen Charme im Zelt oder Camper genießen möchte (oder kann), ist abhängig von einem selbst. Deshalb einfach mal ein kurzer Abriss zu den einzelnen Zeiten:
Sommer
Lass uns mal mit dem Sommer starten, weil das die Zeit ist, die sich zum Campen am besten anbietet. Der isländische Sommer umfasst die Monate Juli und August und ist extrem beliebt für Islandreisen. Dementsprechend viele Besucher hat das Land zu dieser Zeit.
Die Temperaturen liegen durchschnittlich bei 15°C, es ist Tag und Nacht hell und die Regentage sind vergleichsweise wenig. Zu dieser Zeit kannst du an mehreren Orten im Land Puffins beobachten, auf Whale Watching Touren sieht man häufig sogar Orcas und wenn du wandern möchtest, ist der Sommer ebenfalls die beste Zeit dafür. Das Hochland ist geöffnet und bietet einige der schönsten Wanderregionen der Welt, zum Beispiel rund um Landmannalaugar, auf dem Laugavegur oder im Gebiet Kerlingarfjöll.
Frühling & Herbst
Frühling und Herbst sind sich in Island recht ähnlich, was Temperaturen und Tageslicht angeht. Das Wetter ist in diesen Zeiten eine Wundertüte.
Als Frühling kann man die Zeit zwischen Ende April und Ende Juni sehen, als Herbst September bis Mitte Oktober. Die Temperaturen liegen irgendwo zwischen 3°C und 11°C in Reykjavík, die Tage sind relativ lang, wobei sie im Frühling jeden Tag ein bisschen länger und im Herbst jeden Tag ein bisschen kürzer werden. In beiden Zeiten kann es zu (Schnee-) Stürmen und Straßensperren kommen.
Im Frühling kommen die ersten Papageitaucher zurück auf die Insel, im Herbst zeigen sich die ersten Nordlichter.
Winter
Von Mitte Oktober bis in den April hinein ist in Island Winter. Im Dezember und Januar sind die Tage so kurz, dass die Sonne nur für ein paar Stunden über den Horizont schaut. Das Wetter hält einige Stürme bereit, die Temperaturen liegen in Reykjavík bei durchschnittlichen -15°C bis 5°C und diese Zeit hat die höchsten Niederschläge. Klingt erstmal unschön für’s Camping, hat aber auch seine Reize.
Die beste Zeit zum Campen in Island?
Ich finde, die beste Zeit zum Camping ist zwischen Mitte Juni und Anfang Oktober.
Zu dieser Zeit kann man viel unternehmen, die meisten Straßen sind geöffnet, Stürme passieren seltener und es ist relativ warm.
Wenn man mit dem Zelt unterwegs ist, würde ich den Zeitraum sogar auf Juli und August einschränken, außer man hat die passende Ausrüstung und Motivation (ich habe sogar Anfang April schon Zelte gesehen, es ist also möglich).
Campingplätze in Island
Island ist seit jeher eine Campingnation und hat ein extrem gut ausgebautes Campingplatz-Netzwerk mit hunderten Campingplätzen. Die reichen von ganz einfach bis überraschend komfortabel. Die Ausstattung kann schwanken: Manche Plätze bieten nur eine Wiese mit Toilette, andere haben beheizte Aufenthaltsräume, große Küchen, warme Duschen und manchmal sogar einen kleinen Hotpot.
Auch die Atmosphäre variiert stark: In beliebten Gegenden wie Vík oder am Mývatn kann es in der Hochsaison voll werden. Um einen guten Platz zu finden, lohnt es sich, früh anzukommen (keine Angst, irgendwo ist immer noch ein Plätzchen frei). In abgelegeneren Regionen kann es gut passieren, dass du allein oder mit wenigen anderen Fahrzeugen auf den Plätzen stehst. Auch kleinere Plätze auf Bauernhöfen oder in Ortszentren können echte Perlen sein.
Auch im Hochland gibt es zahlreiche Campingplätze, die du ansteuern musst. Auch wenn es das wilde, unberührte Hochland ist, gelten hier die gleichen Regeln wie im Rest des Landes. Viele Teile vom Hochland sind als Nationalpark oder Naturschutzgebiet ausgewiesen, hier darfst du nicht im Zelt übernachten. Eine Übersicht findest du auf dieser Karte.
Preise & Bezahlung
Die Preise liegen meist zwischen 1.500 und 3.600 ISK pro Person/Nacht, das ist natürlich abhängig von der Lage, Ausstattung und Betreiber.
Kinder bis 13 Jahren zahlen oft gar nichts. Auf manchen Plätzen kosten Strom und Duschen extra.
Die meisten Plätze haben keine Rezeption, in der Regel macht abends oder morgens jemand die Runde und sammelt die Gebühren ein, wenn man so nicht erfasst wird, gibt es bestimmt irgendwo (oft an den Sanitärhäuschen) einen Hinweis, wie man trotzdem bezahlen kann. Bezahlt wird per Kreditkarte, PayPal oder via App, Barzahlung ist selten erforderlich.
Die Campingcard
Wenn man sich über Camping in Island informiert, stößt man unweigerlich auf die Campingcard.
Für 179,00 Euro bekommt man 28 Übernachtungseinheiten auf ausgewählten Campingplätzen. Eine „Einheit“ umfasst 2 Erwachsene und bis zu 4 Kinder im eigenen Zelt oder Fahrzeug. Dabei zählt jedes Dach als eine Einheit – schläft man als Familie zum Beispiel in 2 Zelten oder einem Camper und einem Zelt, werden dafür 2 Einheiten abgezogen.
Mit der Campingcard ist man an bestimmte Campingplätze gebunden. Ich persönlich finde, dass man ohne die Karte auf „unabhängigen“ Plätzen an schönere Orte kommt und habe sie auf meinen Reisen noch nicht vermisst.
Öffnungszeiten & Saisonalität
Die meisten Plätze sind von Mai bis Mitte/Ende September geöffnet, viele Plätze auch ganzjährig. In abgelegeneren Regionen oder im Hochland gibt es nur Saisonplätze. Einige Plätze bieten Selbst-Check-in oder Winterbetrieb mit eingeschränkter Infrastruktur (z. B. Plumpsklo statt Sanitärhaus). Mietet man einen Camper, bekommt man normalerweise eine Karte mit den geöffneten Plätzen, alternativ empfehle ich in der nordcamp App den „Saison“-Filter.
Muss ich Campingplätze in Island vorab buchen?
Nein, in Island passiert vieles spontaner als in Deutschland. Deshalb kann man Campingplätze einfach ohne Buchung anfahren und dann in der Regel auch bleiben. Isländische Campingplätze sind selten in Parzellen aufgeteilt, so findet sich immer ein Plätzchen, auch wenn der Platz schon voll aussieht.
Wenn es einen Campingplatz gibt, den du unbedingt besuchen und dabei nicht auf Risiko gehen möchtest, ruf am besten vorher kurz an und sag, dass du kommen willst.
Barrierefreiheit
Island ist in der Barrierefreiheit schon recht fit, aber barrierefreie Ausstattung auf Campingplätzen ist noch nicht flächendeckend vorhanden. Einige größere Plätze bieten behindertengerechte Sanitäranlagen oder ebene Stellflächen. Wenn Barrierefreiheit für dich wichtig ist, lohnt sich vorab eine gezielte Recherche oder Nachfrage beim Platz.
Wasser & Entsorgung
Trinkwasseranschlüsse gibt es in der Regel an allen Campingplätzen in Island. Wie man die Wasseraufnahme managed, ist vom Fahrzeug abhängig. Ist man mit dem eignen Camper unterwegs, hat man bestimmt schon ein System, im Mietcamper sind die Wassertanks normalerweise herausnehmbar und passen oft sogar unter einen normalen Wasserhahn (wenn nicht, kann man ja auch kreativ werden und mit einer Wasserflasche arbeiten).
Entsorgungsmöglichkeiten findet man in Island auf den offiziellen Camping- und Stellplätzen, wobei die Infrastruktur nicht immer vollständig oder so ist, wie man sie von unseren Campingplätzen kennt. Die Entsorgung ist in der Regel kostenlos wenn man übernachtet.
Neben den Campingplätzen bieten auch einige Tankstellen die Möglichkeit, Grauwasser zu entsorgen. Auf den Websites von Ólis und N1 findest du dazu mehr Infos, bzw. Filtermöglichkeiten.
Zur Entsorgung kann ich dir den „V/E-Stationen“ Filter in der nordcamp App empfehlen (gutes Ding!).
Strom
Strom ist auf den meisten Campingplätzen verfügbar und kostet zwischen 1.000 und 1.500 ISK.
Dazu ein Hinweis für die Mietcamper: es gibt normalerweise eine zweite Batterie, die den Strom im Fahrzeug regelt und sich beim Fahren auflädt. Man muss sich also um Strom am Platz keine Gedanken machen.
Hilfreiche Links für’s Camping in Island
Straßen & Fahren in Island
Autofahren in Island ist anders… nicht unbedingt schwierig, aber in manchen Situationen ein bisschen ungewohnt. Damit du gut und sicher ans Ziel kommst, findest du hier die wichtigsten Infos rund ums Fahren mit WoMo oder Camper auf der Insel.
Tempolimits, Straßentypen & worauf du dich einstellen solltest
Wenn nicht anders ausgeschildert, gilt in Island innerorts Tempo 50 km/h, außerhalb 90 km/h auf asphaltierten Straßen und 80 km/h auf Schotterpisten (Gravelroads). Schotter, Schlaglöcher, einspurige Brücken und unübersichtliche Kurven gehören zum Alltag.
Unbefestigte F-Roads (Hochlandstraßen) dürfen nur mit dafür zugelassenen Fahrzeugen befahren werden. Mit dem eigenen Fahrzeug darfst du sie befahren, solltest dir aber sicher sein, dass dein Camper das schafft, vor allem, wenn du Flüsse durchqueren willst. Hier erwarten dich knietiefe Schlaglöcher, Furten und sehr abenteuerliche Wegverhältnisse. Achte immer auf Ausschilderung und aktuelle Straßenbedingungen, die du unter road.is nachschauen kannst.
Tanken, Parken, Schilder & Kreisverkehre
Tankstellen gibt es regelmäßig entlang der Ringstraße, aber seltener in abgelegenen Gegenden. Mein Tipp: tanke immer, wenn es sich anbietet und lass den Tank nicht leerer als Halbleer werden. Bezahlt wird fast ausschließlich mit Karte (Achtung: hierfür brauchst du deine PIN).
Kreisverkehre funktionieren wie in Mitteleuropa: wer auf der inneren Spur fährt, hat Vorfahrt. Wichtig: viele Tourist:innen sind damit überfordert, fahre also vorsichtig, check vor jeder Ausfahrt kurz die Spiegel und rechne mit allem.
Parkplätze sind meist gut ausgeschildert, in Nationalparks und an vielen Sehenswürdigkeiten meistens gebührenpflichtig. Du kannst hier mit der Parka- oder EasyPark-App bezahlen, meist gibt es auch einen Automaten. Hinweis: auch für ganz kurze Aufenthalte muss gezahlt werden, dein Kennzeichen wird abgescannt und wenn man nicht zahlt, kommt die Rechnung über den Vermieter oder nach Hause (nicht so schön).
Verkehrsschilder sind in Island zum Teil sehr speziell, mach dich am besten vor der Reise mit den wichtigsten Symbolen vertraut. Auf einspurigen Brücken hat das Fahrzeug Vorfahrt, das als erstes an der Brücke ist, oft verständigt man sich hier per Lichthupe. In einspurigen Tunneln hat eine Richtung Vorfahrt, für die andere gibt es in regelmäßigen Abständen Haltebuchten.
Abblendlicht ist in Island immer Pflicht, auch tagsüber.
Gefahren unterwegs
Wenn du in den Sommermonaten unterwegs bist, sind Tiere auf der Fahrbahn die größte Gefahr. Schafe laufen in vielen Regionen frei herum und stehen dann auch gerne mal auf der Straße rum. Wenn sie neben der Straße stehen, kann es sein, dass sie sie plötzlich überqueren, hierbei gilt: ein Schaf kommt selten allein. Im Osten gibt es 2 große Rentier-Herden, die auch häufig in der Nähe oder auf der Straße rumlaufen. Je nach Region gibt es Vögel, die auf der Straße nisten, die werden durch Schilder angekündigt.
Sturm und Schotter
Ein Camper oder Wohnmobil fährt sich anders als ein Pkw, besonders bei Wind. Wenn es stürmisch ist, solltest du beim Ein- und Aussteigen die Autotür immer gut festhalten und gegen den Wind parken. Es passiert in Island nicht selten, dass der Wind in Island Türen abreißt.
Auf Schotterpisten gilt: langsam fahren, Abstand halten, keine Vollbremsungen. Wenn du mietest und abseits der Ringstraße unterwegs bist, lohnt sich die Gravel-Versicherung und je nachdem auch der Sand- und Ascheschutz.
Hilfreiche Links für’s Fahren in Island
Alltag unterwegs:
was dich in Island erwartet
Landesteile
Lass uns mit einem kurzen Überblick über die einzelnen Landesteile von Island starten, bevor wir weiter unten in mögliche Routen gehen.
Reykjavík
Reykjavík ist Islands Hauptstadt und allein deshalb einen Besuch wert. Es ist sogar die am nördlichsten gelegene Hauptstadt der Welt und bietet alles, was man von einer Stadt erwartet. Es gibt viele Cafés, Sehenswürdigkeiten, Museen und Shopping- Möglichkeiten. Natürlich gibt es auch Bars und Nachtclubs.
Die Hauptstraße ist der Laugavegur, wo sich Geschäfte, Restaurants und Cafés aneinander reihen und sich das Leben tummelt. Gleiches gilt für seine Seitenstraßen und Parallelstraßen. Der Laugavegur ist ein guter Start für eine kleine Stadt-Tour.
Abseits vom Laugavegur mag ich besonders den alten Hafen mit seinen kleinen Lädchen und vor allem das Viertel Vesturbær. Reykjavík hat einen kleinen Stadtstrand mit Hotpot, der Besuch lohnt sich. Ansonsten sollte man unbedingt einmal die Harpa besuchen und auf den Turm der Hallgrímskirkja steigen und sich die Stadt von oben anschauen.
Reykjanes
Reykjanes ist die Halbinsel, auf der der Flughafen liegt und bekannt durch seine Vulkanausbrüche seit 2021.
Wenn deinen Miet-Camper am Flughafen abholst und ausreichend Zeit hats, lohnt sich die Fahrt über die Straßen 425 und 427 entlang der Küste von Reykjanes. Man kommt hier am Leuchtturm Reykjanesvíti und der Steilküste Krísuvíkurberg vorbei. Weiter geht es zu den heißen Quellen Seltún bei Krísuvík und den Quellen von Gunnuhver, zwei kleine Geothermal-Gebiete, die einen guten ersten Eindruck von Islands Vulkanaktivität vermitteln können. Den Abschluss macht die Kirche Strandakirkja.
In der Mitte von Reykjanes liegt das Gebiet Reykjanesfólkvangur, ein kleiner Nationalpark, in dem der See Kleifarvatn inmitten von schwarzem Strand liegt.
Reykjanes beeindruckt hauptsächlich durch seine Vulkan- und Lava-Landschaft, seine schwarzen Strände, Klippen und wildes Meer.
Golden Circle
Der Golden Circle ist die Tour, die wahrscheinlich auf jeder Islandreise gemacht wird. Auf ca. 230 Kilometern liegen ein paar der touristischen Highlights, die das Land zu bieten hat: der Gullfoss Wasserfall, das Thermalgebiet Haukadalur mit dem großen Geysir und der Þingvellir National Park.
Doch neben diesen Aushängeschildern gibt es noch mehr zu entdecken:
Zum Beispiel die Wasserfälle Þórufoss, Bruarfoss und Faxafoss, die Tomatenfarm Friðheimar, wo es angeblich die beste Tomatensuppe Islands gibt, und den Vulkankrater Kerið.
→ Hier erfährst du mehr über den Golden Circle.
Südisland
Islands Südküste ist einer der schönsten Flecken Erde, die ich je gesehen habe und obwohl hier immer viel los ist, lohnt sich der Besuch immer.
Südisland zieht sich von Hveragerði im Westen bis Höfn im Osten. Hier liegen echt viele von den Sehenswürdigkeiten, für die Island bekannt ist: Die Wasserfälle Seljalandsfoss und Skógafoss, Dyrhólaey und Reynisfjara, der berühmte schwarze Strand, das Örtchen Vík í Mýrdal, Gletscher wie der Sólheimajökull und Vatnajökull, die Gletscherlagune Jökulsárlon und der Diamond Beach, die Schlucht Fjaðrárgljúfur, die durch Justin Bieber berühmt wurde.
Aber auch abseits dieser großen Aushängeschilder findet man hier ganz viele andere tolle Orte. Der Campingplatz Þakgil liegt zum Beispiel in einem wunderschönen Wandergebiet, genauso wie der Platz im Skaftafell Nationalpark. Direkt am Skógafoss ist ein Campingplatz, wenn man hier übernachtet, hat man spät Abends und früh Morgens den Wasserfall so gut wie für sich allein.
→ Hier erfährst du mehr über Islands Süden.
Ostisland
Ostisland und seine Fjorde sind vor allem eins: Wild. Ich habe sie als ziemlich unberührt wahrgenommen, sie sind ja auch weit entfernt von Reykjavík und den ganzen Menschen, die Island besuchen. Wenn du die Ringstraße fährst, wirst du auf jeden Fall durch die Ostfjorde kommen, wenn du mit der Fähre anreist, ist der Osten das erste, was du siehst.
In den Ostfjorden reiht sich nicht ein touristisches Highlight an das nächste wie zum Beispiel an der Südküste. Für mich machen sie vor allem die Aussichten entlang der Straße aus. Mal sieht man wilde Felsen, an die das Meer schlägt, ein paar Kilometer später einsame Buchten und wieder ein bisschen weiter steht ein orangefarbener Leuchtturm einsam in der Gegend rum. In Ost-Island gibt es außerdem eine große Rentier-Population, die vor zig Jahren mal als Arbeitstiere nach Island gebracht wurden, aber nie domestiziert werden konnten. Seitdem streunen sie durch die Gegend und das auch oft in Sichtweite der Straße.
Mein Tipp für den Osten: Lass dich treiben und halte die Augen auf. Hier gibt es viel zu entdecken, auch wenn keine großen Parkplätze davor gepflastert sind (das ist ja auch, was man von Island will). Neben Seyðisfjörður lohnt sich im Sommer ein Besuch in Borgarfjörður Eystri, einem der besten Orte, um Papageitaucher zu beobachten.
Nordisland
Im Norden von Island ist alles ein wenig rauer, das Wetter, die Landschaft und vor allem auch die Winter. Von hier aus ist es nur ein Katzensprung bis zum Polarkreis. Er ist die beste Region, wenn man Wale sehen möchte und das Zuhause der 13 Weihnachtsmänner.
Im Norden liegen mit dem Diamond Cirlce und dem Arctic Coast Way zwei schöne Landschaftsrouten. Auf dem Diamond Circle kommst du durch das Mývatn-Gebiet und Dimmuborgir, beides extrem beeindruckend, du kommst am Góðafoss vorbei, wenn du mich fragst, einem der schönsten Wasserfälle der Insel, an der Schlucht Ásbyrgi, die hufeisenförmig wie in den Boden gestanzt ist, weshalb ihre Entstehung darauf zurückgeführt wird, dass Odins 8-beiniges Pferd Sleipnir hier einen Huf auf die Erde gesetzt hat. Auf dem Diamond Circle liegen außerdem noch Dettifoss, der leistungsstärkste Wasserfall Europas und Húsavík, die „Wal-Hauptstadt“ von Island.
Der Arctic Coast Way führt entlang der kompletten Küste von Raufarhöfn im Nord-Osten bis er bei Hvammstangi im Westen wieder auf die Ringstraße trifft. Hier liegen viele malerische Fischerdörfer, der Arctic Henge, kleine Schwimmbäder (meist mit Meerblick) und generell ist es sehr abgeschieden, rau und Island, wie man es sich vorstellt.
Westfjorde
Bei meinem ersten Besuch der Westfjorde habe ich mich sofort in die zerklüftete Fjord-Landschaft verliebt und sie bei weitem noch nicht so intensiv erkundet, wie ich mir das wünsche. Die Region ist die einzige, die von der Ringstraße ausgeschlossen ist, man kann sie auf den Straßen 60 und 61 größtenteils umrunden.
Die Westfjorde würde ich in der Sommerzeit empfehlen, weil die Straßen hier im Winter zum Teil extrem schlecht befahrbar sind und weil es im Sommer wahrscheinlich noch viel schöner ist. Ich selbst war bisher nur im Winter in den Westfjorden und das war auch schon schön, aber auch herausfordernd, weil Campingplätze und Hauptstraßen geschlossen waren.
Snæfellsnes
Die Halbinsel Snæfellsnes ist mein Lieblingsteil von Island und ich finde, sie darf auf keiner ersten (oder überhaupt auf irgendeiner) Islandreise fehlen.
Snæfellsnes liegt nördlich von Reykjavík und man fährt ungefähr 3 Stunden bis man dort ist. Auf dem Weg kann man entweder den Tunnel unter dem Hvalfjörður nehmen oder – wenn Zeit und Tageslicht ausreichen – die Straße um den Fjord fahren, da ist es nämlich auch wirklich schön.
Rund um Snæfellsnes führt die Straße 54, die sich sehr gut befahren lässt. An ihr liegen auch alle „wichtigen“ Stopps, die man hier unternehmen kann, wie zum Beispiel: der Seehund-Strand Ytri Tunga, die schwarze Kirche Búðakirkja, das Örtchen Arnarstapi mit dem „most lonely House“ (was nicht stimmt, aber PR hat hier einen guten Job gemacht), der schwarze Strand Djúpalónsandur, Snæfellsjökull, den Jules Vernes in Reise zum Mittelpunkt der Erde zum Eintrittpunkt in die Unterwelt gemacht hat. Und hier liegen Kirkjufell und Kirkjufellsfoss, die man zum Beispiel aus Game of Thrones oder von den zig Postkarten aus Island kennt.
→ Hier erfährst du mehr über Snæfellsnes.
Hochland
Das Hochland ist nur im Sommer erreichbar und das auch nur mit dem passenden Fahrzeug. Es bedeckt den größten Teil des Landes und erstreckt sich auf einer Höhe von über 500 Metern quasi über das gesamte Inland von Island. Neben einigen Gletschern findet man hier auch die höchsten Berge der Insel, wie den Hvannadalshnúkur, den höchsten Gipfel Islands.
Es führen einige Straßen durch’s Hochland, die von Anfang Juli bis in den September hinein geöffnet sind. Die bekanntesten (und vergleichsweise gut befahrbarten) sind Kjölur (Straße F35), die den Norden und Süden eher im Westen verbindet, Sprengisandur (F26), die Norden und Süden weiter östlich verbindet, und Kandidatur (F550), die vom Þingvellir nach Borgarfjörður führt.
Auch wenn das Hochland ziemlich unerreichbar erscheint, gibt es ein paar Gebiete, die man relativ leicht besuchen kann, wie Kerlingarfjöll, ein Wandergebiet, wie man sich den Mars vorstellt. Wenn man nicht scheu vor kleineren Flussquerungen ist, bietet sich Landmannalaugar an (Achtung, der Campingplatz muss im Vorfeld reserviert werden). Die Fahrt nach Þórsmörk ist flussreicher, hier würde ich persönlich nicht mit dem eigenen oder einem Mietfahrzeug hinfahren, sondern immer mit dem Hochlandbus. Dafür gibt es hier gleich drei Campingplätze, die auch zum Zelten richtig gut sind, weil sie windgeschützt liegen.
→ Hier erfährst du mehr über das Hochland.

Ganz Island in deiner Hosentasche
Wenn du Campingplätze & Sehenswürdigkeiten finden willst, ist nordcamp die beste App dafür!
nordcamp ist meine Go-To App für Camping im Norden (hier ist nicht nur Island enthalten, sondern auch noch Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Färöer). Du findest nicht nur Stell- und Campingplätze, sondern auch alles, was deine Campingreise neben dem Schlafen richtig gut macht: Sehenswürdigkeiten, Gastronomie, Kultur und persönliche Lieblingsorte (unter anderem von mir).
Das ist noch nicht alles. Es gibt einige gute Features, die die App noch besser machen:
Verpflegung
Während deiner Reise findest du in allen größeren Orten Supermärkte (ich habe dafür sogar eine Karte angelegt). In kleineren Orten gibt es entweder Tante Emma Läden oder Tankstellen mit Tante Emma Ausstattung. Am günstigsten sind die Ketten Bónus, Nettó und Krónan. Ich empfehle dir, deine Vorräte immer aufzustocken, wenn es sich anbietet. Gerade in den Westfjorden, im Norden und Ostisland sind die Supermärkte rar.
Lokale Spezialitäten
Die isländische Küche hält einige Überraschungen bereit. Traditionell mussten sich die Isländer von dem ernähren, was es auf der Insel gab. Das waren vor allem Fisch, Lamm und Skyr. Und diese Dinge wurden für die langen Winter haltbar gemacht… daher kommen auch alle Speisen, die es im Januar zum Þorrablót gibt und den fermentierten Hai.
Heute wird in Island das gegessen, was überall sonst auch gegessen wird. Man findet sämtliche Küchen und ich glaube, es ist in Island fast schwerer, ein Restaurant mit traditionellem Essen zu finden, als jede andere Geschmacksrichtung. Gerade die größeren Orte und Städte sind recht gut mit allerhand Restaurants für jeden Geschmack und jedes Budget ausgestattet.
Tankstellen und Imbisse haben in Island einen anderen Stellenwert als bei uns.
Hier lernt man einen Ort erst richtig kennen, wie Huldar Breiðfjörð es in seinem Buch Liebe Isländer schreibt.
Isländische Tankstellen haben neben allem, was ganz praktisch sein könnte (wie z. B. Hufeisen) ganz gutes Essen, anders als die paar langweilig belegten Brötchen in Deutschland. Wenn man auf der Islandreise auf’s Budget achten muss, empfehle ich auf jeden Fall, Tankstellen und Imbisse den „richtigen Restaurants“ vorzuziehen. Gute belegte Baguettes gibt es im ganzen Land bei Hjölla Bátar, stellvertretend für Tankstellen empfehle ich die Víkurskáli in Vík, die an die Tankstelle angeschlossen ist und sehr leckere Suppen hat. Auch an manchen Sehenswürdigkeiten wie am Skógafoss gibt es kleine Büdchen, an denen Kaffee und ein, zwei Mahlzeiten verkauft werden.
Trinkgeld
Auch wenn man überall liest, in Island würde man kein Trinkgeld geben: Trinkgeld ist immer eine gute Idee, gerade im Gastro- und Service-Bereich.
Denn obwohl das Lohn-Niveau in Island deutlich höher ist als bei uns, gehören die Personen im Gastro- oder Service-Bereich nicht zu den Top-Verdienenden (wie bei uns auch) und freuen sich über ein bisschen Trinkgeld. Gibt man kein Trinkgeld, ist das übrigens kein Weltuntergang wie zum Beispiel in den USA.
Touren, Aktivitäten & Baden
Ich möchte hier nicht auf alles eingehen, was man in Island unternehmen kann, dafür habe ich eigene Artikel, die du hier findest: Touren & Ausflüge in Island.
Wovon ich allerdings erzählen möchte, ist, dass an fast jedem Ort, wo man etwas unternehmen kann, ein Campingplatz ist. Zumindest in der Nähe.
Viele Campingplätze haben Hot Tubs, wenn sie in einem Dorf liegen, gibt’s in der Regel in Laufnähe Bademöglichkeiten.
Gute Ausgangslagen für Entdeckungen sind:
- Faxi Tjaldsvæði: liegt mitten auf dem Golden Circle
- Skógar Campsite: direkt vor dem Skógafoss, perfekt für Wanderungen oberhalb des Wasserfalls, den Besuch vom Kvernufoss und vom naheliegenden Sólheimajökull
- Þakgil: Wanderungen rund um den Campingplatz am Rande des Hochlands
- Skaftafell Tjaldsvæði: perfekt für Gletschertouren am Vatnajökull
- Borgarfjörður Eystra Tjaldsvæði: Puffins beobachten
- Húsavík bis Hauganes: Whale Watching
- Þórsmörk, Landmannalaugar, Kerlingarfjöll: „leicht erreichbares“ Hochland mit vielen Möglichkeiten für Tageswanderungen

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Hi,
ich wollte mal ein wenig berichtet, was bei mir so zusammengekommen ist…
Ich war jetzt Anfang September zwei Wochen mit Zelt und eigenen PKW (SUV mit 4×4) im Norden und den Westfjorden unterwegs. (mit Anreisetag nach DK und der Zeit auf der Fähre 3 Wochen)
ich hatte wettertechnisch eigentlich alles, außer Gewitter 🙂 Und mit der entsprechenden Ausrüstung (Isomatte und Schlafsack) geht das eigentlich ganz gut.
Ich hatte immer darauf geachtet Campingplätze zu nutzen, die auch entsprechend ein wenig Infrastruktur haben.
Tageslicht bedingt war ich dann immer recht früh schlafen, aber auch sehr zeitig wieder wach und hatte so immer den ganzen Tag für Erkundungen und Erlebnisse.
Was die Campingplätze angeht, muss man schauen, viele machen Mitte September dann für den Winter zu, aber ich würde es jederzeit wieder so machen und hoffe das auch machen zu können so in 2-3 Jahren.
Der größte Posten war neben der Fähre (gut 1200€) das Tanken, welches durch die aktuell hohen Ölpreise allgemein, derzeit noch höher sind, als eh schon, und bei gut 5.000km insgesamt ist das nicht ohne… (~600€)
Dann hatte ich noch zwei platte Reifen; das hat mich gut 200€ gekostet.
In Summe komme ich so auf ca. 3.300-3.400€ als Alleinreisende für alles.
Ich habe somit gut 1300-1400€ für eine Reittour, Essen, Parken und andere Dinge ausgegeben, wobei ich jetzt nicht auf den Euro geachtet habe, aber auch nicht das Geld aus dem Fenster geworfen habe. Ich finde daher die Summe für eine drei wöchige Reise nicht zu viel, wenn man bedenkt dass Island (mit) das teuerste Urlaubsland ist.
Sparpotential gibt es durchaus, wenn man das will und kann (Fähre z.B. früher buchen)