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Eine Schafherde weidet auf einem saftig grünen Hügel.

Das Wetter in Island – ist es wirklich so schlimm?

Träumst du davon, nach Island zu reisen, aber überall wird davon gesprochen, dass das Wetter schlimm sei? In diesem Text erzähle ich dir, wie das Wetter in Island wirklich ist und wann du für nicht so schlimmes Wetter hinreisen solltest.

Vorab: ich war schon zu allen Jahreszeiten und allen Wettern in Island und kann das Land eigentlich immer empfehlen. Wenn du Angst vor den Wetterbedingungen hast, besuche Island im Sommer oder frühen Herbst. Zu dieser Zeit ist es am stabilsten (wobei stabil in Island auch relativ ist) und insgesamt eher besser als im Winter und Frühling.

Island Klimadiagramm

Bevor wir in die Details gehen, werfen wir einen Blick auf das Klimadiagramm von Island. Das gibt nämlich einen ganz guten Eindruck davon, was dich erwartet: viele Tage mit Niederschlägen und recht kühle, aber keine eisigen Temperaturen.

Island liegt am Golfstrom, weshalb es relativ mild ist. Gleichzeitig wird es aber auch vom arktischen Klima beeinflusst, was zu den kühlen Temperaturen führt. Der Zusammenstoß dieser beiden Gegebenheiten macht das Wetter in Island zur Wundertüte.

So sieht das Ganze für Reykjavík und Akureyri aus:

Die Daten kommen vom Wetterkontor und beziehen sich auf den Zeitraum von 1961 bis 1990 (frischere habe ich leider nicht gefunden).

Temperaturen in Island

Ich finde immer wieder überraschend, dass es in Island gar nicht soooo kalt ist.

Im Sommer ist es zwar kühler als bei uns, was ich ich persönlich super finde, weil ich bei Temperaturen über 25 Grad einfach nicht funktioniere. Im Winter hingegen unterscheiden sich die realen Temperaturen nur wenig von unseren Wintern (je nachdem, wo man ist). Der Grund dafür ist die Lage am Golfstrom, den ich ja gerade schon erwähnt habe, und der wärmere Luft nach Island bringt.

In Island macht die Betrachtung und Trennung von realen und gefühlten Temperaturen übrigens maximal Sinn. Wenn der Wind extrem kalt ist und pfeift, fühlen sich -2 Grad schnell wie -12° Grad an und an windstillen Tagen kann das genau umgekehrt sein.

Temperaturen im Sommer

Die Durchschnittstemperatur im Sommer (Juni bis August) beträgt etwa 10 bis 13 Grad Celsius. An warmen Tagen klettert das Thermometer auch mal auf 15 bis 18°C und in windgeschützten Sonnenecken kann man locker im T-Shirt sitzen. Grundsätzlich würde ich immer einen Pulli und eine Regen- oder Windjacke dabei haben. So hält man es locker im isländischen Sommer aus.

Temperaturen im Winter

Im Winter (Dezember bis Februar) kann es extrem kalt werden und die Temperaturen können auf bis zu minus 10 bis minus 15 Grad Celsius sinken. Gerade im Norden und Osten ist das der Fall. Ich finde die Wintertemperaturen, auch wenn sie sehr kalt sind, übrigens angenehmer als im deutschen Winter weil die Luft oft sehr trocken ist und die Kälte dadurch nicht so fies in den Körper krabbelt.
➜ Hier findest du übrigens meine Packliste für alle Jahreszeiten

Island: Was ist wettertechnisch die beste Reisezeit?

Die beste Reisezeit für Island hängt von deinen Plänen ab und sollte sich nicht nach dem Wetter richten (das ist ja sehr unbeständig, wie du schon rauslesen konntest). Zur Reisezeit möchte ich dir daher diesen Text ans Herz legen.

Kurz gesagt: wenn du die Mitternachtssonne sehen möchtest, musst du im Sommer reisen. Wenn du das Nordlicht sehen willst, musst du im Winter reisen. Zieht es dich in Wanderstiefeln in die Natur, sind der späte Frühling bis in den frühen Herbst großartige Jahreszeiten, das Hochland ist nur für die Sommermonate geeignet.

Wann ist in Island das beste Wetter?

Okay, es gibt also keine beste Reisezeit, aber wann ist denn dann das beste Wetter? Die Antwort ist echt nicht zufriedenstellen: Das beste Wetter in Island gibt es nämlich nicht wirklich.

Wobei, aus meiner Erfahrung würde ich sagen, dass der Sommer und der frühe Herbst schon mit dem besten Wetter überzeugen können. Klar, es kann immer regnen, stürmen oder schneien, aber insgesamt sind das schon die guten Monate. Vor allem, wenn du Island in seiner farbenfrohen Schönheit mit okayen Temperaturen und besserem Wetter erleben möchtest. Wenn du allerdings das raue, stürmische und verschneite Island willst, solltest du zwischen Ende September und April hin.
Im Februar, März und Anfang April hat das Wetter in den letzten Jahren alles gegeben und es kam fast wöchentlich zu einer Sturmwarnung mit Straßensperrungen und allem, was dazu gehört. Diese Monate würde ich nur empfehlen, wenn du Island schon kennst und weißt, worauf du dich einlässt.

Wie kalt ist es in Island im Winter?

Trotz der Lage am Golfstrom kann es im Winter extrem kalt werden. In den nördlichen Regionen können die Temperaturen auf bis zu minus 30 Grad Celsius fallen, wobei ich sagen muss, dass das schon sehr extrem ist.
In Reykjavík und im Süden ist es grundsätzlich ein bisschen wärmer, es schleichen sich aber auch da kalte Tage ein.

In Island ist der wahre Kältebringer übrigens der Wind (habe ich ja oben schon angesprochen). Wenn es extrem windig ist, fühlen sich wärmere Temperaturen locker 5 bis 10 Grad kälter an. Wenn es windstill ist, hält man es super in Minusgraden aus.

Womit du im Winter auch immer rechnen solltest, sind Schneestürme, die unter anderem Straßen unpassierbar machen. Infos zum Wetter findest du auf vedur.is, für die aktuellen Straßenverhältnisse ist road.is deine Anlaufstelle. Wenn du im Winter reist, solltest du auf jeden Fall warme Kleidung, entsprechende Ausrüstung und die Bereitschaft, deine Pläne dem Wetter anzupassen, mitbringen.

Wie ist das Wetter im Sommer in Island?

Die Temperaturen im Sommer erreichen normalerweise nicht mehr als 15 Grad Celsius. Klar gibt es auch da Ausreißer mit an die 20 Grad, aber die sind eher selten. Auch im Sommer solltest du mit allen Wettern rechnen. Es kann passieren, dass du genau die eine Regenwoche in einem tollen Sommer erwischt, oder umgekehrt, wie es mir 2017 passiert ist. Die Regenjacke sollte auf jeden Fall immer dabei sein.

Das schönste am Sommer sind die langen Tage, die es ermöglichen, sehr viel mehr Zeit zu haben, um das Land zu erkunden. Die Sommernächte sind besonders schön, da es nie vollständig dunkel wird und es trotzdem richtig schöne, stundenlange Sonnenuntergänge gibt. Ich habe mir übrigens von meinen Sommerreisen nach Island immer einen Sonnenbrand mitgebracht.

Das Wetter in Reykjavík

In der Hauptstadt und der Region drumherum herrscht ein eher mildes Klima im Vergleich zum Rest des Landes mit Ausnahme des Südens (Vík wird die „isländische Karibik“ genannt). Die durchschnittlichen Temperaturen im Sommer liegen zwischen 10 und 15 Grad Celsius und im Winter zwischen minus 1 und minus 5 Grad Celsius, was echt gut aashaltbar ist.

Es gibt in Island übrigens das Sprichwort „Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte 5 Minuten“, das trifft auf Reykjavík extrem zu. Gut ist, dass man in den 5 Minuten Schietwetter immer ein kleines Café findet, wo man diese 5 Minuten aussitzen kann.

Nochmal kurz zusammengefasst: Das Wetter in der Jahresübersicht

Viel geschrieben, deshalb nochmal fix eine Übersicht über das Wetter in Island während der verschiedenen Jahreszeiten:

Frühling (März bis Mai):

Das Wetter kann wechselhaft sein, aber es ist eine großartige Zeit, um Wandern und Vogelbeobachtung zu genießen. Die Temperaturen liegen zwischen 0 und 8 Grad Celsius. Zum Frühlingsanfang kannst du noch die Nordlichter sehen (bis ca. Mitte April). Stell dich auf Wind und Schneestürme ein.

Sommer (Juni bis August):

Die Temperaturen sind mild, das Wetter ist besser, aber trotzdem unvorhersehbar. Wenn du eine gute Zeit erwischt, kannst du im T-Shirt raus, ansonsten im Islandpulli. Die Regenjacke sollte immer im Gepäck sein. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen zwischen 10 und 13 Grad Celsius, im Süden ein bisschen höher.

Herbst (September bis November)

Die Temperaturen sinken allmählich und es gibt mehr Regen und Wind. Die Herbstlandschaft in Island ist atemberaubend schön, vor allem weil sie in goldenes Licht getaucht wird. Die Tage werden bereits im September kürzer und ab Ende des Monats zeigen sich bereits die Nordlichter.

Winter (Dezember bis Februar)

Es kann sehr kalt werden und es gibt viel Schnee und Eis. Die Temperaturen können auf bis zu minus 10 bis minus 15 Grad Celsius fallen, besonders im Norden. Im Süden kannst du eher mit Regen und Schneeregen rechnen als mit einer schönen Winterlandschaft.


Ich hoffe, dieser Text konnte dir helfen, das Wetter in Island ein bisschen besser einzuschätzen. Wie gesagt, es ist eine Wundertüte. Das macht es aber auch aus und man lernt mal wieder, wie stark die Natur das Leben oder die Pläne beeinflussen kann. Egal, wann du in Island bist, ich wünsche dir immer das beste Wetter.