Islandreise

Wie jede Reise, möchte natürlich auch eine Islandreise natürlich gut geplant sein. Island kann man auf viele verschiedene Arten bereisen. Die einen greifen zur Pauschalreise, die anderen erkunden das Land auf einer Individualreise. Wie auch immer man seine Reise wählt, das Land selbst garantiert, dass es gut wird. Hier ein paar Dinge, die man bei der Planung einer Islandreise im Kopf behalten sollte.

Die beste Reisezeit für eine Islandreise
Isländische Jahreszeiten
Anreise nach Island
Unterkunft in Island
Fortbewegung in Island
Islandreise Kosten
Island Touren & Tagesausflüge


Island Reisezeit

Es gibt nicht die eine Reisezeit für eine Islandreise. Das Land hat zu jeder Zeit seine Reize. Es empfiehlt sich daher, vor der Buchung zu überlegen, was man während seiner Reise erleben und sehen möchte. Obgleich sich viele Menschen dazu entschließen, der Insel eher in den Sommermonaten einen Besuch abzustatten, bieten auch die anderen Jahreszeiten durchaus ihre Einzigartigkeiten und Vorteile.

Während Wasserfälle das ganze Jahr fallen und Strokkur auch zuverlässig alle paar Minuten spuckt, wenn keine Touristen in der Nähe sind, gibt es dennoch ein paar Gefährten, die sich nur in den Sommermonaten in Islands Nähe sehen lassen. Wale lassen sich am Besten in der Zeit von Anfang Juni bis Ende August, Blauwale sogar nur bis Anfang August, antreffen. Nach dieser Zeit kann man zwar auch noch Glück haben, meist endet es jedoch in einem Gutschein für die nächste Whale-Watching Tour. Gleiches mit Puffins oder Papageientauchern, wie wir sie kennen. Diese halten sich hier nur in der Brutzeit von April bis Ende August auf. In den Sommermonaten werden häufig Touren angeboten, in denen man Papageitaucher und Wale sehen kann.

Puffin (Papageientaucher) auf einem Felsen in Island

Wer die eindrucksvollen Farben Islands sehen möchte, sollte am Besten noch vor dem ersten Schnee auf die Insel reisen. Liegt der Schnee erst einmal, dauert es, bis beispielsweise die rötlich-braunen Hänge aus Rhyolithgestein entlang des Laugavegur, saftig grüne Wiesen oder schwarze Aschefelder wieder zum Vorschein kommen.

Eine Sache, die nur im Winter Saison hat, sind Nordlichter. Diese treten nur in den dunkelsten Nächten auf, welche man in Island nur im Winter erleben kann. Zaghaft trauen sich erste Nordlichter bereits im Oktober raus, richtig zur Sache geht es dann im November, Dezember und Januar. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, Polarlichter zu sehen, kann man sehr gut auf dem Aurora Forecast des Geophysical Institute der University of Alaska Fairbanks ablesen. Nordlichtjägern, die auf eigene Faust unterwegs sind, sei hier besonders der Short Term Forecast und die Current Aurora Activity ans Herz gelegt.

Isländische Jahreszeiten

Welches Naturspektakel hat wann seine Zeit? Kann ich all meine Wünsche unter einen Hut bekommen oder wäre es besser, die Insel nochmals zu bereisen? Wie schon beschrieben, kann man manches nicht gemeinsam realisieren. Im Sommer wird man selten die Chance haben, Sehenswürdigkeiten ohne Touristenhorden anschauen zu können, im Winter fällt dafür das Tageslicht weg. Hier ist wichtig, sich klar zu machen, was man erleben möchte.

Im Frühling beginnt die Schneeschmelze. Das hat zur Folge, dass Straßen teilweise nicht befahren werden können, vor allem jedoch im Hochland. Keine Angst, die Route 1 ist selten davon betroffen. Jetzt hat man außerdem noch die Chance, letzte Nordlichter zu sehen, die bis in den April hinein leuchten. Die Natur erwacht langsam aus der winterlichen Tristesse.

Der isländische Sommer hat einiges zu bieten. Hier ist Hochsaison für Wale und Vögel, Papageientaucher erklären die Insel dann zu ihrem Zuhause. Außerdem ist diese Jahreszeit die einzige, in der man richtig gut wandern kann. Manche Wanderwege, wie der Laugavegur sind sogar zu den anderen Jahreszeiten nicht geöffnet. Jetzt ist auch die Zeit, in der die Sonne nie untergeht.

Im Herbst kommt man noch in den Genuss des regelmäßigen Fernbusverkehrs durch ganz Island. Die Straßen sind noch gut befahrbar, was sich besonders auch die vielen Touristen, die zu dieser Jahreszeit und im Sommer auf der Insel sind, zugute machen. Sommerhotels in ländlichen Regionen haben noch geöffnet und wenn man Glück hat, sieht man noch Wale und Vögel. Es kann zu ersten Schneefällen und Polarlichtern kommen.

Im isländischen Winter hat ganz klar das Nordlicht Saison. Hier trifft man auf weniger Touristen als in den Sommermonaten, wobei sich das in den letzten Jahren auch stark geändert hat. Campingplätze sind geschlossen, klar, wer will auch bei Minusgraden im Zelt schlafen? Museen und andere Touristenziele außerhalb Reykjavíks können geschlossen haben.

Anreise nach Island

Man kommt über zwei Wege nach Island. Entweder mit dem Flugzeug oder mit der Fähre.

Über das ganze Jahr fliegen verschiedene Anbieter die Insel an. So zum Beispiel die Air Berlin, WOW air und Icelandair.
Der Flug dauert etwa dreieinhalb Stunden (ab Frankfurt) und die Zeit geht ziemlich schnell um. Icelandair hat ein großes Angebot an isländischer Musik und isländischen Filmen im Angebot, so kann man sich schon auf dem Weg in Urlaubsstimmung bringen. WOW Air verzichtet auf Board-Entertainment, dafür sind sie ein wenig günstiger.

In Keflavík angekommen, nimmt man am besten den Flybus um nach Reykjavík zu kommen. Der Flybus kostet ab 1.950 ISK und bietet einen Hin- und Rückfahrt-Deal an, der sich wirklich lohnt. Er macht mehrere Zwischenstopps auf dem Weg in die Hauptstadt und hält dort am BSÍ Bus Terminal. Am BSÍ kann man in kleinere Busse umsteigen, die einen zum Hotel oder in die Nähe der Unterkunft bringen. Einfach geht es also kaum! Der Flybus fährt täglich ab 3:30 Uhr in Reykjavík los und ist damit auf die Abflugzeiten der Airlines abgestimmt.

Fähren fahren zum Beispiel ab Hirtshals in Dänemark ab. Mit eintägigem Zwischenstopp auf den Färöer Inseln erreicht man Island nach 4 Tagen. Ankunftsort ist Seyðisfjörður im Osten des Landes. Anbieter ist zum Beispiel die Smyril Line. Bei der Anreise mit der Fähre ist zu beachten, dass hierdurch schon einige Urlaubstage wegfallen. Wirklich lohnen tut sich das erst dann, wenn man drei Wochen Urlaub genommen hat und letztendlich zwei Wochen in Island verbringen kann.

Unterkunft in Island

Erst einmal angekommen, möchte man sich natürlich auch in seiner Unterkunft wohl fühlen. Hier gibt es natürlich auch für jeden Reisenden das passende Dach überm Kopf. Von Campingplatz bis Luxushotel bietet Island alle Facetten an Unterkünften.

Ich habe gute Erfahrungen im Kex Hostel, Grettisgata Apartment und mit Airbnb gemacht. Die Icelandair Hotels sollen ganz schön sein, selber habe ich aber noch keins besucht weil die echt teuer sind.
Eine günstige Alternative zu Hotels, Hostels oder Airbnb sind die vielen Jugendherbergen in Island, die fast alle entlang der Ringstraße liegen. Eine Nacht im 12-Bett-Zimmer in Höfn kostet hier umgerechnet etwa 25 bis 30 Euro. Ist halt etwas für Abenteurer. Eine Übersicht über die isländischen Jugendherbergen bietet Hostelling International.

Von Airbnb würde ich inzwischen abraten weil es, wie in so vielen anderen tollen Städten, den Mietmarkt in Reykjavík komplett zerstört hat. Mittlerweile haben viele Vermieter erkannt, dass sie hier mehr Geld verdienen können, als beim Vermieten an Einheimische, wodurch diese ein echtes Problem haben, überhaupt Wohnraum zu finden. Wenn sie welchen finden, ist der leider oft unverschämt hochpreisig.

Für Hotel- und Unterkunfttipps bin ich übrigens sehr dankbar. Falls jemand zum Beispiel ein Cabin im Norden zur Hand hat, freue ich mich über Mails.

Fortbewegung in Island

Innerhalb Reykjavíks kann man die meisten Wege zu Fuß gehen. Sollte man dies nicht wollen, kommt man sehr gut mit den Stadtbussen voran. Diese bringen einen auch ins Umland, zum Beispiel nach Hafnafjörður. Auf der Website des Busunternehmens Strætó kann man alle Routen und Fahrzeiten einsehen.

BSÍ bringt einen zuverlässig mit Überlandbussen durchs gesamte Land. Achtung: Im Winter werden nicht alle Routen befahren!

Inlandflüge sind eine Möglichkeit, relativ schnell von A nach B zu kommen. Air Iceland hat hier ein paar schöne Ziele im Angebot, unter anderem auch Grönland und Färöer.

Blick auf den Snæfellsjökull Gletscher in Island Die unabhängigste Art der Fortbewegung ist der Mietwagen. Hier finden sich in Reykjavík Anbieter wie Sand am Meer. Mit kleinen Wagen lassen sich Ringstraße, Snæfellsnes und Golden Circle gut bestreiten, für Hochlandstrecken muss ein SUV ran. Hochlandstraßen sind im Winter und Frühjahr eher schlecht, im Spätsommer dafür gut zu befahren. Welche Straßen befahrbar sind, kann man bei der Icelandic Road and Coastal Administration (IRCA) – auch telefonisch – gut herausfinden. Gute Mietwagen-Erfahrungen habe ich mit Átak Car Rentals und City Car Rental gemacht.

Gerade für Routen ab Reykjavík gibt es auf Facebook verschiedene Gruppen für Mitfahrgelegenheiten. Wenn du in diese Gruppen aufgenommen werden möchtest, schick mir bitte eine Mail, dann schicke ich sie dir rüber.

Diejenigen, die am liebsten mit der Planung relativ wenig zu tun haben möchten, buchen einfach eine Rundreise. Diese werden von vielen Veranstaltern (z.B. Katla Reisen) ganzjährig mit verschiedenen Schwerpunkten angeboten.

Kosten einer Islandreise

Island ist kein günstiges Reiseland. Das sollte jedem Islandreisenden klar sein.

Flüge gibt es bereits ab ca. 150€ mit WOW-Air. Übernachtungen im Hostel-Dorm bekommt man bereits ab ca. 40€ pro Nacht. Das wirklich Teure an Island ist jedoch das Überleben. Die Billig-Supermärkte liegen preislich in einer Kategorie mit hochpreisigen deutschen Supermärkten. Rechnet man die Preise für Kaffee, Kuchen und Restraurantbesuche in Euro um, verschlägt es einem nicht selten die Sprache. Dass eine Islandreise ein kleines Loch ins Portemonnaie reißt, darauf sollte man sich einstellen. Dennoch gibt es auch ein paar Dinge, an denen man sparen kann.
→ 10 Spartipps für die Islandreise

Fotocredit:
Papageientaucher von Nicholas Kampouris