Nur in Island oder auch: Isländische Eigenarten

klassischer Hydrant in Island

In Island sind ein paar Dinge anders als bei uns. Wer hätte das gedacht? Damit meine ich nicht, dass verrotteter Haifisch zu bestimmten Gelegenheiten auf den Tisch kommt, sondern ganz alltägliche Sachen, die uns Nicht-Isländer vielleicht irritieren werden.

Isländer haben keine richtigen Nachnamen

Das kennt man wahrscheinlich schon durch die WM. So gut wie alle Nachnamen enden entweder auf -dóttir oder auf -son. So kommt es, dass es in einer vierköpfigen Familie mit einem Sohn und einer Tochter 4 verschiedene Nachnamen gibt. Traditionellerweise wird der Vorname des Vaters genommen, heißt dieser z. B. Gunnar, werden die Kinder Gunnarsdóttir oder Gunnarson heißen.

Man spricht sich mit Vornamen an

Dabei ist es egal, wen man anspricht. Lehrer*innen, der Bürgermeister von Reykjavík, Vorgesetzte, die Person in der Bank, berühmte Menschen… egal, welchen Rang oder Status jemand hat, die Person wird mit dem Vornamen angesprochen. So wird alles ein bisschen familiärer und weniger hierarchisch. Deshalb sollte man sich auch nicht wundern, wenn man zum Beispiel von den Guesthouse-Inhabern oder Tour-Anbietern beim Vornamen genannt wird, statt beim Nachnamen.

Vor dem Besuch im Schwimmbad wird nackt geduscht

Das war eine meiner größten Hürden in Island. Geht man nämlich nicht gerade in die Blaue Lagune, wo es private Duschen gibt, muss man in der Gruppendusche duschen. Und zwar nackt. Hintergrund ist der, dass die Schwimmbäder in der Regel nicht gechlort sind und deshalb besonders drauf geachtet wird, dass das Wasser sauber bleibt. Ist ja auch irgendwie im eigenen Interesse.

Besucht man ein isländisches Schwimmbad, gilt die Devise „Augen zu und durch“. Am natürlichsten, indem man schon nackt in die Dusche geht. Sonst kann es nämlich sein, dass man vom Schwimmbadpersonal darauf hingewiesen wird und sich so direkt als unwissender Touri outet. Das macht es noch unangenehmer. In meiner Erfahrung glotzt niemand, nackt sein ist schließlich auch natürlich.

So meisterst du deinen Schwimmbadbesuch in Island wie ein Profi

Es gibt keinen Alkohol in Supermärkten

Alkohol war in Island bis 1989 verboten. Seither gibt es ihn nur in Bars, am Flughafen und in speziellen Geschäften, der Vínbúðin.

Isländer essen bei jedem Wetter Eis

Mein schönstes Eis-Erlebnis war, als der isländische Freund mitten im Schneesturm meinte, wir würden jetzt zur Ísbuðin fahren. Eis geht halt auch einfach immer und in Island haben die Leute das kapiert. Genauso wie Eis, ist Grillen ein Ding, was sie bei Wind und Wetter tun. Man kann halt auch nicht auf die 3 Tage schönes Wetter im Jahr warten.

Es gibt für alles die passende Soße

Island ist ein Land, in dem es speziellen Hot-Dog Senf gibt, der ganz anders schmeckt als der normale, von dem es bestimmt auch ein paar Varianten gibt. Island ist auch ein Land, in dem einfach alles mit Soße serviert wird. Fleisch, Fisch, Gemüse, Eis – egal, Sößchen drauf, dann wird es noch besser. Meine Favoriten sind Pommes mit Bernaise und Eis mit Lakritz-Soße.

Eltern lassen ihre Babys zum Schlafen draußen stehen

Für Deutschland komplett unvorstellbar, in Island Alltag: man lässt schlafende Babys einfach draußen stehen. So bekommt es frische Luft und man selbst kann entspannt Kaffee trinken oder im Haus rödeln. In Reykjavík habe ich das noch nicht so oft gesehen, aber auf dem Land ist es Gang und Gäbe. Diese Eigenart kommt übrigens noch aus der Zeit der Torf-Häuser, die ja meist unterirdisch waren. Da war die Luft nicht besonders gut weil sie einfach staubig, mit allen Familienmitgliedern und manchmal auch Tieren vollgestopft waren. So war es einfach logisch, die Kleinen draußen an der frischen Luft zu lassen weil das viel gesünder war.


Natürlich gibt es noch viele weitere Eigenarten im schönsten Land der Welt, aber das sind wahrscheinlich die, mit denen man am ehesten in Kontakt kommt.

Wenn du eine Lieblings-Eigenart hast, die hier noch fehlt, schreib sie gern in die Kommentare. Takk ♡

Titelbild von nicolas leclercq on Unsplash

Kategorie Blog, Highlight, Islandreise
Autor

Góðan daginn! Ich heiße Sabrina und das mit Island und mir hat schon angefangen, als ich ein Kind war. Meine Eltern hatten mir damals das Buch “Glósi mein Islandpferd” geschenkt und mein größter Wunsch war es, mal auf dem Rücken eines Isländers durch Island zu reiten. 2013 habe ich mir diesen Wunsch endlich erfüllt und Island steht seitdem jährlich auf meiner Reiseliste.

1 Kommentare

  1. Sven Biehl

    Hi Sabrina,

    meine Lieblings-(Un)eigenart ist das „schlechte“ Benehmen der Isländer. Hat der Isländer etwas zwischen den Zähnen, wird ungeniert mit den Fingernägeln gepult, ohne Sichtschutz mit der Hand. Die fehlt übrigens auch beim Gähnen! Da kann man meist tief blicken! Ich war im Mai 2017 das erste mal auf Island, obwohl ich seit jeher Familie dort drüben habe (4 Cousins mit deren Familien). Dieses Jahr bin ich Anfang August dort gewesen. Und Schwimmbad: Fast jeden Tag in den Hottube bei ca. 41°C entspannt! Herrlich!

    Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß auf Deinen Islandreisen!
    Liebe Grüße aus dem (echten) Norden… Sven

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