How To: Isländische Schwimmbäder

Krossneslaug Schwimmbad in den Westfjorden in Island

Isländische Schwimmbäder haben ganz eigene Regeln für den Besuch. Und man fällt definitiv auf, wenn man sich nicht dran hält. Aber woher soll man diese Regeln denn auch kennen? Selbst bei meinem fünften Schwimmbadbesuch habe ich noch nicht alles richtig gemacht. Deshalb hier ein kleines How To, um sich so selbstsicher wie die Einheimischen in Isländischen Schwimmbädern zu bewegen.

1. Schuhe ausziehen

Bevor es in die Umkleidekabine geht, ziehen alle ihre Schuhe aus. Man kann dann entweder barfuß oder auf Socken durch die Kabine tapsen, aber auf keinen Fall in Straßenschuhen. Badeschlappen habe ich in Island auch noch nicht gesehen, muss also nicht sein.

Wohin mit den Schuhen? Am besten ins Schuhregal neben dem Eingang zur Kabine. Das kann man nicht übersehen. In manchen Bädern steht es vor der Tür, in anderen erst dahinter.

2. Der Weg von der Umkleidekabine zur Dusche

Wie in unseren Schwimmbädern auch, dienen die Umkleidekabinen dazu, sich schwimmbadfertig zu machen. Um nicht aufzufallen und den nächsten Punkt etwas zu beschleunigen, empfehle ich, den Weg von der Kabine zur Dusche nackt mit Handtuch in der Hand oder um den Körper gewickelt zu beschreiten. Das ist die ersten Male ungewohnt, aber man merkt ganz schnell, dass es total natürlich ist und niemand blöd guckt. Im Gegenteil: geglotzt wird eher, wenn man in Badekleidung zur Dusche geht (beides schon getestet).

Handys sind übrigens hinter den Umkleidekabinen nicht mehr erlaubt.

3. Duschen vor dem Baden

Während ich es aus Deutschland so kenne, dass die Dusche zu Beginn des Schwimmbadbesuches gerne mal ignoriert wird, oder man halbherzig ein bisschen Wasser über sich laufen lässt um so alibimäßig nass und damit bereit für den Pool zu sein, wird das Duschen in Island richtig ernst genommen.

  1. man duscht nackt, da werden keine Kompromisse gemacht
  2. man wäscht sich mit Seife
  3. es gibt Körperstellen, denen besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte, dazu gehören die Haare, Achselhöhlen, Intimbereich und Füße
  4. erst, wenn alles gewissenhaft sauber ist, sollte man ins Schwimmbad gehen
  5. es wird nicht gegafft

Dass das Duschen in Island so ernst genommen wird, hat übrigens den Hintergrund, dass die Schwimmbäder relativ natürlich und nicht so chlorig wie unsere Schwimmbäder sind. Das schont die Haut, deshalb kann man jeden Tag auch mehrmals ins Schwimmbad. Isländer mögen ihre Schwimmbäder, merkt man, oder?

4. Verhalten im Schwimmbad

Im Schwimmbad macht man, was man eben so im Schwimmbad macht. Meine Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass niemand zu sportlich unterwegs ist und die größeren Becken eher zur Abkühlung genutzt werden. Die meiste Zeit verbringt man eigentlich im Hot Pot. Davon gibt es verschiedene Wärmegrade, meist zwischen 38°C und 42°C. Auf jeden Fall findet man den passenden Pool. Es kann gut passieren, dass man hier mit Einheimischen ins Gespräch kommt. Es kann auch gut passieren, dass Promis neben einem sitzen (hatte ich erzählt, dass ich im Schwimmbad mal neben Björk saß?). In beiden Fällen sollte man cool bleiben und es als das Natürlichste der Welt sehen, obwohl man innerlich vielleicht vor Aufregung explodiert.

5. Duschen nach dem Baden

Nach dem Baden wird nochmal geduscht. Hier ist eigentlich nur wichtig, sich danach abzutrocknen. Und das heißt, sich so gut abzutrocknen, dass kein Wasser in die Umkleidekabinen getragen wird. Ich wurde bei meinem letzten Schwimmbadbesuch in Reykjavík sogar zurückgepfiffen und musste mich nochmal abtrocknen weil ich nicht trocken genug war. Ich glaube, die Aufsichtsperson hat sogar „Túristi“ gemurmelt und ein bisschen mit den Augen gerollt.

Diese Regeln gelten übrigens in allen Schwimmbädern in Island
Egal, ob Blue Lagoon, Laugardalslaug, Mývatn Nature Bath, Landmannalaugar und sogar in Krossneslaug, quasi am Ende der Welt.

Kategorie Blog, How To, Island Tipps
Autor

Góðan daginn! Ich heiße Sabrina und das mit Island und mir hat schon angefangen, als ich ein Kind war. Meine Eltern hatten mir damals das Buch “Glósi mein Islandpferd” geschenkt und mein größter Wunsch war es, mal auf dem Rücken eines Isländers durch Island zu reiten. 2013 habe ich mir diesen Wunsch endlich erfüllt und Island steht seitdem jährlich auf meiner Reiseliste.

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