Reykjavík im Regen: Blick auf den Tjörnin mit Schwänen und Häusern auf der anderen Uferseite

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man auf einer Islandreise mindestens einen Tag Regen hat, an dem die Regel „wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte 5 Minuten“ nicht greift. Wenn du, so wie ich, diesen Regentag in Reykjavík verbringst, kommen hier ein paar Vorschläge, was du unternehmen kannst ohne patschnass zu werden.

Frühstück

Zum Frühstück empfehle ich das Café Babalú. Der Grund hierfür ist einfach: es fühlt sich an wie eine große Decke, in die man sich bei Schmuddelwetter hineinkuscheln kann. In meinem Notizbuch steht dazu gerade im Nassgrau des Winters ist das Babalú wie eine warme Umarmung und umgeben von Dönekes und warmen Licht vergisst man ganz schnell das Schietwetter, das draußen herrscht.

Babalú ist einer der Orte, bei denen man sich in einer anderen Welt fühlt. Kitschige Deko, zig verschiedene Möbel, Lichterkette, verrückte Lampen, Kuckucksuhren… nichts passt zusammen und alles passt. Im Hintergrund läuft 80er Musik. Perfekt für den Tagesstart unseres Regentags in Reykjavík.

Preislich ist das Babalú voll okay und das schon seit Jahren. Man zahlt für ein Grillen Cheese Sandwich um die 1.300 ISK, Kaffee gibt es mit endlosen Refills. Der Carrot Cake ist vegan und so lecker, dass man sich reinsetzen könnte (er ist übrigens einer der wenigen, die man ohne Zuckerschock essen kann).

Café Babalú
Skólavörðustígur 22, 101 Reykjavík

Kunst

Wo kann man viele Stunden verbringen ohne nass zu werden? Genau, im Museum. Ich hatte an meinem Regentag die 24-Stunden Reykjavík Karte (dazu unten mehr), mit der ich freien Eintritt in viele Museen der Stadt hatte.

Nachdem ich mich beim Abholen der Karte mit Claus unterhalten hatte, der mir viele Tipps zu den einzelnen Museen und der bestmöglichen Reihenfolge um sie abzuarbeiten gegeben hat, kommt hier meine Tour.

Culture House – Safnahúsið

Im Nachhinein war das Culture House mein liebster Stop auf der Museums-Tour. Es ist ein großes, ruhiges und dunkles Museum, in dem viele, viele isländische Künstler*innen ausgestellt werden. Auf 3 Etagen finden sich hauptsächlich Gemälde, ein paar Fotos und Installationen, die einen Rundumschlag der isländischen Kunstwelt geben. Vor allem sind hier auch alte Objekte ausgestellt, sodass man die Kunstentwicklung über die Jahre nachvollziehen kann. Das Culture House ist thematisch sortiert, man sollte oben starten und sich nach unten durcharbeiten.

Culture House
Hverfisgata 15, 101 Reykjavík

Für den Namen ist die Nationalgalerie Islands eher klein gehalten. Hier gibt es hauptsächlich isländische Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert. Im Vergleich zum Culture House gibt es deutlich mehr Installationen, Fotos und auch Video-Installationen. Es gibt mehrere Kinderecken, das ganze Gebäude ist hell und freundlicher als das Culture House, dadurch wirkte es auf mich auch gleich viel belebter und weniger ruhig und steril.

The National Gallery of Iceland
Fríkirkjuvegur 7, 101 Reykjavík

Reykjavik Art Museum – Listasafn Reykjavíkur

Das Art Museum hat gleich drei Standorte in Reykjavík, ich war im Hafnarhús. Hier gibt es vor allem moderne isländische Kunst in all ihren Formen. In 6 Galerien werden alteingesessene und aufsteigende Künstler*innen ausgestellt und ich find es hier immer wieder super interessant. Hafnarhús sagt selbst, es sei das Zuhause der Werke von Erró, einem wichtigen Spieler in der internationalen Pop-Art Szene. Erró hat dem Art Museum über 2.000 Werke überlassen, weshalb ihm hier auch eine Dauerausstellung gewidmet ist.

Wer sich für moderne Kunst interessiert, ist hier genau richtig. Auch wenn man sich einfach mal wundern und sich „hä, und das ist jetzt Kunst oder was?“ denken möchte.

Reykjavík Art Museum Hafnarhús
Tryggvagata 17, 101 Reykjavík

Kaffee & Kuchen

Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber mein Gehirn war nach mehreren Stunden Kunst richtig müde. Und gegen müde Gehirne helfen bekanntlich Kaffee und Kuchen (also zumindest um meins wieder aufzuwecken). Direkt um die Ecke vom Reykjavík Art Museum liegt meine Anlaufstelle an diesem Regentag, das Café Rosenberg. Das Rosenberg ist ein sehr gemütliches Café im Zentrum, das jedoch weit genug weg liegt, sodass ich den Eindruck habe, es wird eher von Locals als von Touris besucht. Der Kuchen ist lecker, der Kaffee solide und mit kostenlosen Refills. Auf der Karte stehen auch herzhafte Speisen. Es ist urgemütlich eingerichtet mit alten Möbeln und bequemen Sofas und genau das richtige nach der Museums-Erschöpfung. Meine einzige Kritik: der Carrot Cake ist sehr süß und ich konnte mein Stück leider nicht aufessen.

Café Rosenberg
Vesturgata 3101 Reykjavík

→ mehr Cafés in Reykjavík

Auf ins’s Schwimmbad

Isländisches Schmuddelwetter eignet sich perfekt für einen Freibad-Besuch. Wait, what – Freibad? Ja, richtig gelesen. In den meisten Reykjavíker Schwimmbädern ist nämlich der Außenbereich der wichtige Teil des Bads. Hier sind nämlich die Hotpots. 

An meinem Regentag war ich im Sundhöllin, dem ältesten Schwimmbad der Stadt. Viele, viele Locals teilen sich an diesem Tag mit mir den Heitir Pottar, als wüssten sie, dass dies das beste Wetter dafür ist. Das Sundhöllin hat seine Hotpots auf dem Dach, es gibt ein Indoor- und Outdoor-Schwimmbecken für die nicht so faulen Leute und einen Kinderbereich, der mit seinen 28° vor allem Erwachsene dazu einlädt, flach im Wasser zu liegen und zu schnacken.

Sundhöll Reykjavíkur
Barónsstígur 45a, 101 Reykjavík

→ Regeln für Isländische Schwimmbäder

Abendessen

Museen machen hungrig, Schwimmbäder machen hungrig, es ist Zeit für’s Abendessen. Nur eine Straßenecke vom Sundhöllin entfernt liegt mit der Vitabar eine meiner liebsten Anlaufstellen für Burger und Pommes. In der kleinen Bar gibt es zwar nur wenige Sitzplätze, dafür gute Preise und vor allem leckeres Essen. Sie sieht von außen schäbig aus und innen ehrlich gesagt auch, aber da kann ich drüber hinweg schauen. Die Karte ist überschaubar: es gibt Burger, Sandwiches und Beefsteaks. Und natürlich Beilagen und Getränke.

Vitabar
Bergþórugata 21, 101 Reykjavík

Ein kleiner Spaziergang (auf bei leichtem Regen okay)

Vielleicht hat der Regen inzwischen nachgelassen? An meinem Regentag war es auf jeden Fall so und ich habe mich mit einem Kumpel auf einen Spaziergang getroffen.

Unsere Richtung war klar: es muss Eis sein. Deshalb sind wir zum alten Hafen, bzw. Grandi gelaufen und haben uns bei Valdís eine große Kugel Lakritz-Eis gegönnt. In einem kleinen Bogen, der nur knapp den Stadtteil Vesturbær gestreift hat, ging es für uns zurück in die Innenstadt, von wo aus ich dann zu meiner Unterkunft in Laugar (am anderen Ende der Stadt) gestiefelt bin. Irgendwie habe ich auch an diesem Regentag mehr als meine 10.000 Schritte zusammenbekommen.

Valdís
Grandagarður, 101 Reykjavík

Kleidung für Reykjavík im Regen

Du brauchst keine besondere Kleidung für den Reykjavíker Regen. Nicht empfehlenswert ist der Regenschirm, dafür ist es einfach zu windig. Ich würde eine wasserfeste Jacke empfehlen, die du je nach Jahreszeit deiner Reise wahrscheinlich eh im Gepäck hast. Insgesamt kann man sich so anziehen, wie auch an jedem Regentag bei uns, bei dem man keine größeren Distanzen überwinden muss. 


Die Reykjavík City Card

Ich habe mir für meinen Regentag in Reykjavík die City Card gekauft. Einfach um sie mal zu testen und ich möglichst viel Zeit drinnen verbringen wollte. Gekauft habe ich die Karte online, abgeholt im Reykjavík Art Museum.

Was ist die Reykjavík City Card?

Mit der City Card hast du die Möglichkeit, Reykjavík 24, 48 oder 72 Stunden lang unsicher zu machen, ohne dass du dich dabei um viele Eintrittsgelder kümmern musst. Daneben bekommst du in einigen Geschäften und Restaurants satte Rabatte.

Das ist ingebriffen

  1. Eintritt in viele Museen
  2. kostenlose Nutzung der Strætó Busse
  3. Eintritt zu den Reykjavíker Schwimmbädern
  4. Eintritt in den Reykjavík Zoo und Familienpark
  5. Fähre nach Víðey
  6. Rabatte und Sonderangebote

Lohnt sich die City Card?

Meiner Meinung nach lohnt sich die City Card nur, wenn man viel von dem geplant hat, was auch in ihr inbegriffen ist. Ich habe mir vor den Kauf tatsächlich einen Plan gemacht, welche Museen ich gerne besuchen möchte, ob und wie häufig ich wohl ins Schwimmbad gehe und ob ich Bus fahren werde. Alle Eintrittsgelder zusammengerechnet, hat sich die 24-Stunden City Card für mich gelohnt. Wenn man sich eher treiben lassen möchte und keinen keinen Plan hat, was man unternehmen könnte, lohnt sie sich meiner Meinung nach nicht. 

Was kostet die City Card?

  • 24-Stunden: 4.000 ISK (ca. 28€)
  • 48 Stunden: 5.600 ISK (ca. 39€)
  • 72 Stunden: 6.900 ISK (ca. 47€)

Wo kann ich die Reykjavík City Card kaufen?

Zum Beispiel direkt hier!

Ansonsten kannst du sie an vielen Orten in Reykjavík kaufen oder online bestellen.

Okay, ich habe die Karte bestellt – was muss ich in den Museen etc. tun?

Erstmal musst du deine Karte irgendwo abholen. Das geht in den Museen, an Werktagen im Rathaus und in der What’s on Touristeninformation. Um sie abzuholen, benötigst du den Bestellcode, den du in der E-Mail-Bestätigung bekommen hast und den Namen, auf den die Karte bestellt wurde.

Ab jetzt musst du deine Karte nur noch vorzeigen, das Datum wird kontrolliert und im Anschluss kannst du die verschiedensten Orte Reykjavíks ohne Eintrittsstress erkunden.


Kennst du schon meinen Reiseführer?

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Sabrina

Góðan daginn!
Ich heiße Sabrina und das mit Island und mir hat schon angefangen, als ich ein Kind war. Meine Eltern hatten mir damals das Buch “Glósi mein Islandpferd” geschenkt und mein größter Wunsch war es, mal auf dem Rücken eines Isländers durch Island zu reiten. 2013 habe ich mir diesen Wunsch endlich erfüllt und Island steht seitdem jährlich auf meiner Reiseliste.

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