Die beste Kleidung für Island ist eine tricky Angelegenheit. Man verbringt wahrscheinlich viel Zeit draußen, man möchte vielleicht nicht den ganzen Tag Jack Wolfskin tragen und sich als Touri outen, gleichzeitig möchte man auf den Urlaubsfotos gut aussehen und vielleicht auch noch irgendwo ohne Multifunktionshose was essen gehen. Es ist aber gar nicht so schwer, die richtigen Klamotten für Island auszuwählen.

Egal, ob deine Wanderhose oder die Jeans in den Koffer kommen, der wichtigste Grundsatz ist das Zwiebelprinzip. Das passt nämlich in jede Jahreszeit und zu jeder Aktivität.

In den nächsten Absätzen erzähle ich dir, was in meine Island-Tasche kommt. Dabei gehe ich von einer ganz normalen Islandreise aus, ein paar Tage Reykjavík, ein paar Tagestouren oder ein Roadtrip. Für Wandertouren sieht mein Rucksack natürlich ganz anders aus (Halló Wanderhose mit 100 Zippern und Bein-Taschen!).

Island Kleidung im Sommer

Islands Sommer sind gar nicht so kalt, wie man sie sich vorstellt. Es kann trotzdem passieren, dass man an einem Tag alle Jahreszeiten erlebt, vor allem wenn man im Hochland wandert, was eine ganz andere Geschichte ist, als Kleidung in Island.

Erstmal ein bisschen was zu den Konditionen, mit denen man im isländischen Sommer zu tun hat: Die Durchschnittstemperaturen liegen im Hochsommer zwischen 8 und 13 Grad. Das ist deutlich kälter (und viel angenehmer, wenn man mich fragt) als bei uns. Es kann bei diesen Temperaturen natürlich auch Ausreißer nach oben oder unten geben, so hatte ich im Juli 2017 über 20 Grad im Hochland. Mai bis Juli gelten als die trockensten Monate in Island, trotzdem würde ich auf jeden Fall etwas wasserdichtes in den Koffer packen (die Ausreißer… 2017 war bis auf meine Urlaubswoche der nasseste Sommer seit Jahren).

Im Sommer scheint die Sonne durchgängig, deshalb wird es nachts nicht wirklich kälter als am Tag.

Was sollte also im Sommer in den Koffer?

Weil der isländische Sommer ähnlich unserer Übergangszeit ist, solltest du genau dafür packen. Möchtest du viel draußen unternehmen, empfehle ich eine leichte Windjacke, die idealerweise auch ein paar Regentropfen abhält. Drunter passt super ein Islandpulli für kältere Tage und ein Longsleeve, Hemd oder dünnerer Pulli für wärmere Tage. Wenn dir kühle Temperaturen nicht viel ausmachen, kannst du dich auch im T-Shirt nach draußen wagen (oder wenn die Temperaturen extrem auf deiner Seite stehen).

An den Beinen reicht eine Jeans oder eine Hose, die du normalerweise in der Übergangszeit auch tragen würdest. Wenn du kleinere Wanderungen oder Spaziergänge machen möchtest, reichen eine leichte Wanderhose oder einfach eine Sporthose völlig aus.

Schuhtechnisch verweise ich dich einfach mal auf meinen Artikel Welche sind die richtigen Schuhe für Island?. Da steht alles wichtige drin.

Was im Sommer in Island auf gar keinen Fall fehlen darf: Sonnenschutz. Meint man ja auch nicht, wenn man so weit in den Norden fährt aber die isländische Sonne kann tückisch sein. Deshalb denk bitte an Sonnencreme und eine Sonnenbrille. Und wo wir gerade bei der Sonne sind, eine Schlafmaske ist auch nicht verkehrt, gerade wenn du die Mitternachtssonne nicht gewöhnt bist.

Generell darf im Gepäck für Island Badekleidung nicht fehlen. Auch wenn du wahrscheinlich nicht im Meer schwimmen wirst, es gibt zu viele Schwimmbäder und Hotpots, die nur auf dich warten.

Nochmal kurz zusammengefasst:

  • leichte Windjacke
  • Wollpullover
  • Longsleeve, Hemd, dünnerer Pulli
  • Jeans oder vergleichbare Hosen
  • Sonnenschutz & Sonnenbrille
  • Schlafmaske
  • Schwimmkleidung

Ein kleiner Einblick in meine Klamottenwahl

Kleidung für Island im Winter

Der isländische Winter ist kalt, rau und nass. Je nachdem, in welchem Teil des Landes du bist, sind die Temperaturen schon fast arktisch. Deshalb wieder ein kleiner Überblick über das, was dich wettertechnisch erwarten kann:

Rund um Reykjavík und an der Südküste liegt die Durchschnittstemperatur im Winter bei ungefähr 0 Grad, also ähnlich wie bei uns. Je weiter nördlich du kommst, desto kälter wird es, im Nord-Osten erwarten dich die kältesten Temperaturen. In Akureyri hatte ich im November an einem klaren Sonnentag schon -12 Grad. Oktober bis März sind außerdem die Monate mit dem meisten Niederschlag, in Regen- oder Schneeform.

Was sollte im Winter in den Koffer?

Ich blicke inzwischen auf 7 Islandreisen im Winter zurück, weshalb ich da inzwischen relativ gut bin, wenn es ums Packen geht. In meinem Koffer fehlen auf keinen Fall:

Lange Unterwäsche, bzw. Base-Layer aus Merino-Wolle. Die ist tagsüber praktisch wenn es kälter ist als erwartet und man viel draußen ist, vor allem ist ein Merino Base-Layer richtig muckelig wenn man sich die Nächte draußen um die Ohren haut weil man Nordlichter sehen will.

Und damit gleich zur nächsten Schicht: tagsüber trage ich in der Regel Jeans. Das mache ich bei uns im Winter auch so. Wenn es doch noch kälter wird, passt da meist die lange Unnerbuchse drunter. Zum Nordlichter gucken habe ich eine Thermo-Wanderhose, die ziemlich hässlich aber sehr, sehr warm ist (gut, dass es nachts in der Regel dunkel ist).

Obenrum trage ich meist meinen Islandpulli mit Merino Longsleeve oder einer Flanell-Bluse drunter (die Flanell-Bluse find ich ganz praktisch weil sie relativ schnieke aussieht, wenn man den Pulli in einem Café oder irgendwo anders mal auszieht). Ein Fleece-Shirt erfüllt den Job des Wollpullis übrigens genau so gut.

Wenn es kälter ist, trage ich zwischen diesen beiden Schichten ein Sweatshirt. Über dem Pulli dann noch meine Winterjacke. Entgegen aller „stell dich auf jedes Wetter ein!“ Aussagen meinerseits ist meine Winterjacke nichts, womit ich auf alle Wetter eingestellt bin. Sie geht in Richtung Parka und hat eine riesige Kapuze, in der ich mich bei Wind und Kälte verstecken kann.

Ich würde auf jeden Fall eine dicke Jacke empfehlen. Idealerweise hält sie Regentropfen und Schneeflocken ab und wärmt dich zuverlässig über mehrere Stunden, gerade wenn du viel Zeit draußen verbringen möchtest.

An den Füßen trage ich oft zwei Lagen, eine davon sind Woll- oder Wandersocken aus Merino (ich bin ein großer Merino-Fan), darüber in der Regel Dr. Martens oder Boots (steht auch im Schuh-Artikel).

Ansonsten wichtig im Winter: Mütze, Handschuhe und ein Schal oder Buff, den man sich bei unbequemen Wetter ins Gesicht ziehen kann. Auch die Sonnenbrille sollte am Start sein, die Sonne steht im Winter oft recht tief und kann beim Autofahren stören. Und natürlich: Schwimmkleidung. Gerade in der kalten Jahreszeit laden die Hotpots noch mehr ein, im warmen Wasser zu dümpeln.

Zusammengefasst:

  • Base-Layer aus Merino oder anderer Wolle, aber nicht aus Baumwolle (zu kalt)
  • Islandpulli oder Fleecejacke
  • „Zwischenschicht“ für ganz kalte Tage, z.B. ein Sweatshirt
  • Jeans, eventuell eine Thermo-Hose für Nachts draußen
  • dicke, warme Winterjacke
  • Wollsocken
  • Mütze, Handschuhe, Schal oder Buff
  • Sonnenbrille
  • Schwimmkleidung

Kleidung für Reykjavík

In der Regel erkennt man die Deutschen in Reykjavík an ihrer Funktionskleidung. An dieser Stelle: Reykjavík ist eine ganz normale Stadt und man benötigt keine Hose mit 13 Taschen an den Beinen und Zippern an allen erdenklichen Stellen. Man benötigt in Reykjavík in der Regel auch keine Wanderschuhe. Wenn man für Reykjavík packt, sollte man sich vorher einfach kurz überlegen, was man vor hat. Ist man eher drinnen oder draußen? Möchte man die Nächte in einem der vielen Clubs durchtanzen? Steht ein schickes Abendessen auf dem Plan? Dementsprechend würde ich packen. Am Ende ist ein Urlaub in Reykjavík auch nur ein Städte-Urlaub wie man ihn in London oder Paris macht. Nur, dass Reykjavík einfach viel kleiner ist. Ich würde hier natürlich auch unbedingt Badekleidung empfehlen.

Eher schlechte Kleidung für Island

Aus meiner Erfahrung kann ich ein paar Kleidungsstücke für eine Islandreise kategorisch ausschließen (zumindest für mich).

Dazu zählen Kleider aller Art. Ich war schon recht oft auf dem Iceland Airwaves und dachte ungefähr 3 Mal, ein Kleid wäre doch eine schöne Idee! Hatte ich nie an weil es mir im November in Strumpfhose und Kleid doch zu ungemütlich ist.

Schuhe mit hohen Absätzen ist das nächste, was ich nie wieder mitnehmen werde. Die hatte ich auch für’s Airwaves mit, trage aber im Alltag so gut wie nie Schuhe mit Absätzen. Deshalb ist es wahrscheinlich nicht verwunderlich, dass ich sie in Island auch nicht anhatte.

Das nächste Teil auf meiner „nie wieder“ Liste ist ein Regenschirm. Regenschirme halten in Island nicht lange und selbst wenn, sind sie meist nutzlos weil der Regen von allen Seiten kommt. Außerdem bekommt man mit einem Regenschirm mindestens eine kalte Hand. Total unnütz.

Die gelbe Regenjacke

Man kennt sie von Fotos und von Instagram: die gelbe Regenjacke ist schon fast ein Muss für die Urlaubsfotos aus Island. Ich möchte sie mal als Synonym für die Dinge nehmen, die auf Fotos gut aussehen aber wahrscheinlich unpraktisch sind. Island ist nicht das Land für Klamotten, die irgendwie unpraktisch sind. Wenn deine gelbe Regenjacke super dünn ist und du im Winter nach Island fliegst, ist sie unnötiger Ballast in deinem Koffer. Wenn deine nicen fotogenen Boots deine Füße nur ganz kurz warm halten und nicht wasserdicht sind, sind sie auch nur unnötiges Gewicht. Das heißt nicht, dass du auf deinen Urlaubsfotos schrecklich aussehen sollst, sondern nur, dass du dir überlegen solltest, ob ein Foto wert ist, dass dein Koffer unnötig vollgestopft ist.

Koffer, Tasche, Rucksack?

Ich habe jetzt die ganze Zeit vom Koffer geschrieben, dabei reise ich am liebsten mit dem Rucksack nach Island. Der Grund ist ganz einfach: Ich hasse es, Steinchen in Kofferrollen zu haben und ich finde Koffer unfassbar sperrig und nervig. Mein Go-To Gepäckstück ist mein Northface Duffle Bag in Größe XS, der in jedes Handgepäck passt (auch im Winter, ich packe sehr minimalistisch). Wenn es doch mehr Gepäck wird, ist mein 65 Liter Fjällräven Abisko Rucksack mein bester Freund. Als ich auf meiner letzten Islandreise einen Bänderriss im Ellenbogen hatte und keinen Rucksack aufsetzen konnte, hatte ich eine Reisetasche dabei. Das ging auch ziemlich gut, vor allem aber weil ich sie keine langen Distanzen tragen musste (zum Beispiel vom BSÍ Busbahnhof zur Unterkunft).

Ich habe einen Reiseführer geschrieben!

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