Reisebericht: Island im Campervan Anfang Juni – Teil 2
Die letzten 5 Tage von meinem Campingtrip durch Island im Juni 2025.
Teil 1 des Reiseberichts findest du hier: → Reisebericht: Island im Campervan Anfang Juni – Teil 1
Im ersten Teil erfährst du auch mehr über meine Pläne und den Camper, mit dem ich unterwegs war. Das war der Happy 2 von Happy Campers. Kurz zur Transparenz: Happy Campers hat mir das Auto im Rahmen einer Kooperation zur Verfügung gestellt. Dieser Bericht ist Teil unserer Vereinbarung, ich schreibe natürlich meine Eindrücke und Meinung.
Teil 2 meiner Reise… Tag für Tag
Wie im ersten Teil schon erzählt, habe ich wie ein richtiger Profi während meiner Reise ein kleines Reisetagebuch geführt. Deshalb kann ich dich Tag für Tag ganz detailliert mitnehmen (na gut, nicht 100% detailliert, es soll ja nicht langweilig werden).
Ganz viel Spaß!
Tag 6: Auf ins graue Wetter!
Langer Tag, aber er war super schön! Das Wetter war eher meh, ich bin schließlich in den einzig grauen Teil Islands gefahren, aber auch das hatte seinen Charme. Island dachte sich scheinbar „Winterwetter im Juni, warum nicht?“ In Egilsstaðir war ich super happy, die Bónus Dad-Cap in Schwarz mit dem originalen Schwein zu bekommen, danach ging es über die Ringstraße Richtung Stuðlagil, wo ich eigentlich gar nicht halten wollte, aber ich hatte vorher schon gesehen, dass das Wasser blau ist, also musste ich den Umweg doch fahren. Vorher noch einen kleinen Stopp am Rjúpafoss, der direkt an der Ringstraße liegt und total schön ist, aber durch seine Lage im Norden einfach nicht so besucht wird, wie seine Kollegen im Süden.
Bei Stuðlagil habe ich auf der anderen Seite der Aussichtsplattformen geparkt, von wo aus man nach einem kurzen Spaziergang direkt an den Canyon kommt und auch runter ans Wasser gehen kann (das habe ich nicht gemacht). Von hier aus ist der Canyon definitiv schöner als von der anderen Seite, wo gerade massiv neue Aussichtsplattformen gebaut werden. Mein persönliches Highlight lag allerdings schon auf dem Hinweg: ich habe eine Lóa gesehen, einen Goldregenpfeifer, den isländischen Sommerboten. Es muss also Sommer sein! Auch, wenn es an diesem Tag sehr viel geschneit hatte.



Weiter ging es dann Richtung Vopnafjörður und von dort aus über die Fjordstraße durch die anderen kleinen Örtchen. Wenn man wirklich niemanden treffen möchte (und wenn, dann nur Einheimische), ist man hier wahrscheinlich richtig. Mir sind auf der ganzen Strecke nur ungefähr 10 Autos entgegen gekommen. Einsamkeit in Island gibt es also noch! Ansonsten gab es dort oben nicht viel, außer schöner Landschaft und Schafen auf und neben der Straße.
Mein Tagesziel war Raufarhöfn, der Ort aus dem Buch “Kalmann”. Bei jedem Häuschen habe ich mich gefragt, ob Kalmann wohl dort wohnt, beim Hafen dachte ich “ach ja, hier verarbeitet er seine Haie” und beim Hotel Norðurhljos habe ich einen kurzen Groll gegen den Hotelmanager gehegt. Es war großartig, den Ort aus einem meiner liebsten Islandbücher endlich mal in Echt zu sehen! Dann war ich noch am Arctic Henge, dem absolut absurdesten Ort, den ich kenne. Was soll das? Warum ist es dort? Das ganze Ding ist ja künstlich aufgebaut, nicht wie Stonehenge oder so. Es ist einfach absurd.
Nach dem langen Tag bin ich dann nur noch auf dem Campingplatz eingerollt und wurde direkt vom Betreiber empfangen, mit dem ich ein bisschen geschnackt habe und sogar 5 Brocken Isländisch auspacken konnte. Ich glaube, er war ein bisschen beeindruckt… ich war es auf jeden Fall.



Tag 7: PUFFINS!!!
Der Tag fing für mich auf jeden Fall schon gut an, es hat nämlich gar nicht so dolle geregnet und ich hatte noch einen netten Schnack mit Campingplatzbesitzer Bjarni. Auf meine Frage, ob es in der Gegend Puffins gäbe, hat er mir von einem Kliff erzählt, das nur 10 Minuten oder so entfernt wäre. Tiptop, mein erster Tagespunkt stand! Aber erst noch duschen, packen und Kaffeetrinken und als ich damit fertig war, kam Bjarni nochmal mit einer großen Überraschung ans Auto: er war gerade kurz ans Kliff gefahren um zu gucken, ob Papageitaucher dort seien, sie waren es. Wie lieb kann man sein? Der Mann ist extra wegen mir kurz dort rüber gefahren. Gastfreundlichkeit 1000.
Ich war so unfassbar happy, als ich die Vögel dann gesehen habe. Man glaubt es ja kaum, aber in all meinen Islandreisen habe ich noch keinen einzigen Papageitaucher gesehen. Nicht einen einzigen!
Was soll ich sagen? Das sind einfach die lustigsten, trotteligsten Tiere. Ich hab mich erstmal ins nasse Gras gesetzt und ihnen eine ganze Weile dabei zugeschaut, wie sie einfach da waren. Am Kliff gab es noch einen zweiten Aussichtspunkt, zu dem ich dann auch noch gelaufen bin – der erste war definitiv besser zum Beobachten, aber auf dem Rückweg saßen 2 Puffins direkt vor mir im Gras. Natürlich habe ich meinen inneren National Geographic Photographer ausgepackt, mich bei inzwischen strömenden Regen auf den Bauch ins Gras gelegt und Fotos gemacht, als gäbe es kein Morgen mehr! Es war großartig!
Irgendwann konnte ich mich losreißen (die Hose war dann auch komplett durchnässt… Expertin wie ich bin, hatte ich nur eine Leggings an) und habe mein nächstes Ziel angesteuert: Húsavík. Natürlich wegen des Eurovision-Films, ein Wal-Boot hätte ich bei dem Wetter nicht betreten können. Meine größte Enttäuschung an diesem wirklich süßen Örtchen war die Jaja Dingdong Bar. Ich dachte ja, das wäre die Bar aus dem Film, aber es ist das Eurovision Museum (Ausstellung? Ich weiß es nicht) mit einer klitzekleinen Bar, wo es noch nicht einmal eine Waffel gab. Naja, muss ich nicht nochmal hin.
Über Akureyri und Siglufjörður ging es dann zum Tagesziel Hofsós, wobei auf dem Weg noch ein Highlight für mich lag: die Hauganes Hot Tubs. 3 Pools mit Blick auf’s Meer, in das ich sogar einen kleinen Dip gewagt habe (das Wasser hatte um die 2°C).





(in Akureyri ist das Weihnachtshaus)

Tag 8: Geister und Elefantenfelsen
Endlich ein entspannter Tag mit gutem Wetter! Auf dieser Reise war es der erste Gut-Wetter-Tag. Ich habe erstmal ausgeschlafen, draußen gefrühstückt und bin dann entspannt losgefahren. Weiter ging es auf dem Arctic Coast Way mit dem ersten Stopp: Sauðárkrókur. Wieder eines von diesen charmanten Küstenorten, und auch eines der Pferde-Zentren des Landes. Im Nachhinein hätte ich genau hier eine Reittour machen sollen, da habe ich vor Ort natürlich nicht dran gedacht. Immerhin habe ich Ósmann „getroffen“, Figur in einem weiteren Buch von Joachim B. Schmidt (man merkt, ich bin Fan).
Mein erstes richtiges Highlight war Kálfhamarsvík, zu dem mir am Vortag noch eine Poltergeistgeschichte geschickt wurde. Ich weiß nicht, ob es an der Geschichte lag oder am Ort selbst, aber es war total beklemmend und irgendwie lag so eine komische Stimmung in der Luft. Wenn ich bisher nicht an Elfen geglaubt habe, hätte dieser Ort das Potenzial, mich umzustimmen. Mystisch, eigenartig und irgendwie ziemlich abgefahren mit den ganzen Basaltsäulen und nicht mehr vorhandenen Häusern. Eigentlich wollte ich gar nicht hin, weil es so ein „großer” Umweg war und ich so spät gestartet bin. Gut, dass ich doch hin bin, sonst hätte ich echt was verpasst.
Bei einem zufälligen “kurz die Beine vertreten” Stopp bin ich dann an Islands letzter Hinrichtungsstätte gelandet. Was war denn bitte los an diesem Tag? Der Ort ist allerdings super schön aufbereitet mit vielen Tafeln, die die Geschichte der Hinrichtung und vor allem ihrer Vorgeschichte erzählen. Letztendlich war es also doch ein guter Stopp.
Ein fröhlicherer Ort war definitiv Hvítserkur, den ich bisher nur von Fotos kannte. Von der Aussichtsplattform dachte ich noch so “jaokay, wieder so ein overrated Instagram-Spot”, aber unten hat er mich dann auf jeden Fall in seinen Bann gezogen. Hvítserkur ist ziemlich cool und es lohnt sich maximal, zum Strand runterzulaufen (am Parkplatz ist ein Schild mit einer Robbe, wenn man dem folgt, kommt man sicher zum Strand).
Die Straße rund um die Hvammstangi Halbinsel ist komplett geschottert, was ich an diesem Tag nicht unbedingt gebraucht hätte, aber sie ist auch unfassbar schön. Meist sieht man auf der einen Seite das Meer, überall springen Lämmer aus dem Weg und an den Seiten grasen Pferde. Das alles im goldenen Abendlicht war schon ziemlich perfekt. Zum Tagesabschluss habe ich dann auf dem Campingplatz mit Blick auf die Westfjorde in der Abendsonne gesessen und es mir gutgehen lassen. So hätte ich mir jeden Abend gewünscht! Aber dann wäre dieser nicht so besonders gewesen.





Tag 9: Zähneputzen mit Schafskontakt
Komischer Tag! Die letzte Nacht im Camper und der letzte kleine Abschnitt Richtung Reykjavík… ich glaube, ich hab erst an diesem Tag realisiert, dass die Reise so gut wie vorbei war. Die letzten Kilometer habe ich wahrscheinlich deshalb nochmal richtig gestreckt, was irgendwie anstrengend war, aber ich wollte nicht voran kommen und Island schon wieder verlassen.
Wo sonst kann man sich schon auf einem Krater die Beine vertreten? Das habe ich nämlich auf dem Grábrók Krater bei Bifröst getan. Fun Fact: dieser Ort ist mir noch nie aufgefallen, obwohl er super gut erschlossen ist.
Da an diesem Tag sonst nicht viel passiert ist, war ich schon relativ früh am Campingplatz im Hvalfjörður. Das war mein zweites Mal dort und sicherlich nicht das letzte Mal (besser kann man die letzte Nacht nicht verbringen). Ich war sogar so früh, dass ich den Sonnenuntergang und das Abendlicht richtig genießen konnte. Mein Tagesabschluss war ein Spaziergang am Meer, wo ich nur knapp einer Kría-Attacke entkommen bin (ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob sie schon gebrütet hatten, aber es war beängstigend!) und habe zum ersten Mal ein Stück Wal-Skelett gesehen. Sehr beeindruckend.
Und beim Zähneputzen lag dann auf einmal Ösp im Weg. Ösp ist ein Schaf und laut Farmbesitzer kann man mit ihr Selfies machen. Wenn ich noch ein bisschen Brot hätte, würde sie sich freuen. Tja, mein Brot war schon leer gefuttert, aber er hat mir dann Kleinar gebracht, damit ich mit Ösp Freundschaft schließen könnte. Hat geklappt! Das Selfie auch.








Tag 10: Im Schnelldurchlauf durch Reykjavík
Ach, Reykjavík! Ich war jetzt schon so oft hier, aber es ist immer wieder schön. An diesem Tag war auch nicht viel los, muss ich fairerweise dazu sagen. Und ich war nur für eine kurze Stippvisite von ca. 2 Stunden in der Stadt.
Gestartet bin ich bei Bjarteyjarsandur im Hvalfjörður und weil ich viel zu spät losgekommen bin, habe ich den Tunnel genommen, anstatt rund um den Fjord zu fahren. Es war okay so.
In Reykjavík angekommen, habe ich am Campingplatz geparkt und musste erstmal in die Stadt laufen, wo ich als allererstes Brauð & Co. angesteuert habe, ich hatte nämlich noch nichts gefrühstückt und die kleine Bäckerei ist eh immer eine gute Adresse zum Starten. Dann habe ich lange am kleinen Platz an der Grettisgata gesessen, Sonne, Kaffee und Zimtschnecke genossen, bevor ich noch einen kurzen Foto-Rundgang entlang der wichtigsten Orte gemacht habe. Natürlich bin ich nicht bei Valdís vorbeigekommen ohne ein Lakritzeis zu essen.
Zurück zum Campingplatz ging es dann am Meer entlang und ich habe mich mal wieder in diese Stadt verliebt. Nach einem ausgeuferten “kurzen” Schnack bei einer Freundin ging es dann Richtung Keflavík zur Camper-Rückgabe. Ich war wieder erstaunt, wie freundlich alle bei Happy Campers sind und bin umso happier, dass ich mit ihnen zusammen arbeiten durfte.
Das letzte Tages-Highlight war dann das Guesthouse 1×6 von Andi und Yuki. Ich weiß nicht, warum ich jetzt erst zum ersten Mal hier bin. Es ist einfach großartig! Die beiden sind super herzlich und willkommend, man fühlt sich direkt wohl. Das Guesthouse ist so liebevoll gestaltet, dass ich direkt einziehen möchte. Und überall findet man noch kleine Überraschungen. Ich hab’s hier geliebt und der Hot Pot setzt dem Ganzen noch die Krone auf.






Tag 11: Rückreise
Heute ging es für mich schon früh am Morgen wieder zum Flughafen und zurück nach Hause. Ich muss ehrlich sagen, dass diese 6:00/7:00 Uhr Flugzeiten zwar schön sind, weil man dann früh daheim ist, aber gleichzeitig auch absolut schrecklich, wenn man kein Frühaufsteher ist. Und mit Frühaufsteher meine ich 3:00 Uhr morgens oder so. Im Vergleich zum Hinflug klappte dieses Mal auch alles ganz entspannt und im Zeitplan, ich habe im Flugzeug noch eine Runde geschlafen und hatte dann auch ganz schnell Frankfurter Boden unter den Füßen.
Es war mal wieder zu kurz. Aber das ist ja immer so.



Noch ein klitzekleiner Werbeblock zum Schluss
Für meine Reise hat Happy Campers mir den Happy 2 zur Verfügung gestellt. Wenn du inspiriert bist, Island mit dem Campervan zu erkunden, kann ich dir Happy Campers von ganzem Herzen empfehlen. Auch ohne die Kooperation habe ich selten so einen guten Service, so eine gute Einweisung und so ein gut ausgestattetes Fahrzeug erlebt. Die Mitarbeiter*innen waren super nett, auch als mein Hinflug 2 Stunden verspätet war und ich streng genommen nach den Geschäftszeiten angekommen bin.
Damit du noch ein bisschen mehr happy sein kannst, bekommst du mit dem Code halloisland5 fünf Prozent Rabatt auf deine Buchung, wenn du über meinen Link buchst. Ganz viel Spaß beim Camping!

Finde den passenden Camper für deine Islandreise
Ich bin sehr happy, dir Happy Campers zu empfehlen!
Happy Campers ist Islands älteste Campervan-Vermietung und schon seit 2009 am Start. Was von Sverrir und Herdís als kleine Vision aus Liebe zur isländischen Natur begann, ist heute ein Familienunternehmen mit Herz: Alle vier Kinder arbeiten im Betrieb mit.
Genau diese familiäre Atmosphäre spürt man sofort, wenn man die Station betritt. Ihre Mission ist simpel, aber ehrlich: Jeden, der durch ihre Tür geht, zu einem „Happy Camper“ zu machen. Hier triffst du nicht nur auf Profis, sondern auf Menschen, denen deine Reise und die isländische Natur wirklich am Herzen liegen.
Ihre Vans sind keine Massenware, sondern „Home away from home“ auf Rädern – perfekt durchdacht und mit allem ausgestattet, was du für die Wildnis brauchst:

