Reynisfjara: Der schwarze Strand bei Vík
Reynisfjara, oft einfach nur „Black Sand Beach“ genannt, ist wohl einer der ikonischsten Orte Islands. Mit seinen pechschwarzen Kieselsteinen, den bizarren Basaltsäulen und den markanten Felsnadeln im Meer ist er eines der Top-Postkartenmotive aus Island.
Reynisfjara ist im Wandel
Wenn du aktuelle Fotos mit älteren Bildern vergleichst, wirst du feststellen, dass der Reynisfjara momentan etwas anders aussieht. Mitte Februar 2026 hat die gewaltige Brandung ein großes Stück des Strandes weggerissen. An einigen Stellen ist dadurch der breite Sandstreifen deutlich schmaler geworden, man kann zur Zeit auch nicht zur Höhle in den Basaltsäulen laufen.
Die gute Nachricht: Geologen und Experten gehen davon aus, dass das ein natürlicher Prozess ist. Die starken Strömungen, die den Sand abgetragen haben, werden im Laufe der Zeit auch wieder neues Material anspülen. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass der Reynisfjara in absehbarer Zeit wieder zu seiner alten, breiten Form zurückfindet. Das Ereignis zeigt aber auch nur einmal mehr, dass Island eben nicht Disneyland ist und dass die Natur hier dynamisch und unberechenbar ist.
Basalt und versteinerte Trolle im Meer
Trotz der Veränderungen bleibt die Magie des Ortes ungebrochen. Besonders zwei Dinge ziehen alle Blicke auf sich:
- Garðar Basaltsäulen: Direkt am Strand ragt eine beeindruckende Klippe aus perfekt geformten Basaltsäulen empor. Sie entstanden durch das langsame Abkühlen von Lava und sind ein beliebtes Motiv für Kletterfotos (Vorsicht, sie können rutschig sein).
- Reynisdrangar: Diese markanten Felsnadeln ragen wie spitze Zähne aus dem Atlantik. Der Legende nach handelt es sich um Trolle, die versuchten, ein Schiff an Land zu ziehen, und bei Sonnenaufgang zu Stein erstarrten.




Leider herrscht hier auch Lebensgefahr
Vielleicht ist dieser Absatz der wichtigste Teil des ganzen Textes: Der Reynisfjara ist einer der gefährlichsten Orte Islands, wenn man die Regeln missachtet. Die sogenannten „Sneaker Waves“ sind tückische Wellen, die plötzlich und ohne Vorwarnung viel weiter den Strand hinaufreichen als die Wellen zuvor. Dabei ist die Sogwirkung des Meeres hier so stark, dass selbst fitte Erwachsene wenig Chancen haben, wenn sie von so einer Welle erfasst werden. In den letzten Jahren kam es hier zu mehreren tragischen Todesfällen – allein in einem Jahr verloren sechs Menschen in den Fluten ihr Leben, zuletzt ging 2025 die Meldung über ein ertrunkenes Kind durch die Nachrichten. Am Stand wurde in den letzten Jahren ein Ampelsystem installiert, was auf die aktuelle Gefahrenlage hinweist. Wenn sie rot ist, halte dich bitte vom Wasser fern. Grundsätzlich gilt hier als Regel: Kehre dem Meer nie den Rücken zu und halte immer einen Sicherheitsabstand von mindestens 30 Metern zur Brandung, selbst wenn das Wasser gerade ruhig wirkt.
Praktische Infos für deinen Besuch
- Lage:
Der Strand liegt kurz vor dem Ort Vík í Mýrdal und ist über die Straße 215 erreichbar. - Parken:
Es gibt einen großen Parkplatz, die Gebühren liegen bei 1.000 ISK über die Parka-App. Achte auf die digitalen Anzeigen vor Ort – es gibt ein Ampelsystem (Gelb/Rot), das vor besonders gefährlichem Wellengang warnt. - Infrastruktur:
Am Parkplatz findest du das Restaurant „Black Beach“, wo du dich nach dem windigen Spaziergang aufwärmen kannst. Toiletten sind ebenfalls vorhanden. - Beste Zeit:
Der Strand ist zu jeder Tageszeit beeindruckend, aber zum Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang ist das Licht an den Reynisdrangar-Felsen besonders magisch.
FAQ zum Reynisfjara
Darf ich auf den Basaltsäulen klettern?
Ja, viele Besucher nutzen die unteren Säulen für Fotos. Sei jedoch vorsichtig, da die Steine oft feucht und rutschig sind und achte dabei immer auf die Wellen hinter dir.
Ist der Strand für Kinder geeignet?
Ja, aber nur unter extrem strenger Aufsicht. Kinder dürfen hier niemals allein am Wasser spielen. Der Sicherheitsabstand muss zwingend eingehalten werden.
