Camping in Island: Blick aus dem Zelt auf Skógafoss

Island hat sich besonders in den letzten Jahren immer mehr zur Destination für Van Life und Camping-Freund*innen entwickelt. Klar, Camping ist schließlich günstiger als Unterkünfte zu mieten und verspricht einiges mehr an Freiheit und Unabhängigkeit als Mietwagen & feste Unterkünfte.

In diesem Text erzähle ich dir alles wichtige über’s Camping in Island, wie du in Island campen kannst und worauf du achten solltest.

Allgemeine Infos zum Camping in Island

Camping ist in Island nicht nur bei den Tourist*innen beliebt. Deshalb gibt es super viele Campingplätze in schönster Umgebung und die sind sogar auch noch recht günstig.

Wildes Campen ist in Island nicht erlaubt und wird teuer bestraft. Das Jedermannsrecht wie man es aus Skandinavien kennt, gibt es hier nicht. Das hat zum einen den Hintergrund, dass jeder Zentimeter Islands in Privatbesitz ist oder zu einem Nationalpark gehört. Zum anderen ist die Natur in Island teilweise so fragil, dass ein Zelt sie für Jahrzehnte zerstören kann. Deshalb: immer auf den Campingplatz gehen – das gilt auch für Campervans und Autos mit Dachzelten.

Isländische Campingplätze

Campingplätze in Island liegen an den schönsten Orten der Insel und sind dabei so vielfältig wie die Gegenden, in denen sie sich befinden. Die meisten bieten alles, was man braucht: Duschen, Toiletten und Strom. Viele haben außerdem Geschäfte und Restaurants in der Nähe. Wenn du riesiges Pech hast, kommst du an eine umzäunte Wiese, die als Campingplatz dient. Diese Plätze sind inzwischen jedoch recht selten.

In der Regel sind isländische Campingplätze nur in den Sommermonaten geöffnet, du solltest dich daher am besten vor deiner Anreise erkundigen, ob dein anvisierter Campingplatz geöffnet ist.


Was kostet Camping in Island?

Camping in Island ist verglichen zu deutschen Campingplatzpreisen fast geschenkt. Die meisten Plätze kosten zwischen 1.000 und 2.000 ISK, also umgerechnet 1 bis 2 Gläser Bier, bzw. je nach Wechselkurs zwischen 6,50 und 16,00 Euro. Darin ist der Zugang zu Duschen und Toiletten schon enthalten. Die teureren Campingplätze haben oft eine Sauna oder Hot Pot, deren Benutzung inklusive ist. Nur bei ganz günstigen Campingplätzen muss man die Duschen extra zahlen (ungefähr 500 ISK, also umgerechnet ca. 4 Euro).

Island Campingcard

Wenn man sich über Camping in Island informiert, stößt man unweigerlich auf die Campingcard.
Die Campingcard ist eine Prepaid-Karte für ausgewählte Campingplätze. Für 159 Euro bekommt man 28 Übernachtungen auf diesen Campingplätzen. Jede Übernachtung zählt als eine Einheit, für die 2 Erwachsene und bis zu 4 Kinder eingerechnet sind. Schläft man als Familie in 2 Zelten oder Reisemobilen, werden dafür 2 Einheiten abgezogen.

Lohnt sich die Campingcard?

Wenn man tatsächlich 28 Nächte campt und diese immer auf Campingcard-Campingplätzen verbringt, lohnt sich die Campingcard. Eine Übernachtung kostet dann 5,67 Euro. Nimmt man jetzt mal so eine klassische Reiselänge von 14 Tagen, kostet eine Nacht mit der Campingcard gute 11 Euro und damit wäre es günstiger, einzeln für die Campingplätze zu zahlen.

Abgesehen davon, ob es sich finanziell lohnt oder nicht, finde ich, dass die Plätze jetzt nicht die allerschönsten sind. Da kommt man mit „unabhängigen“ Plätzen doch an schönere Orte.


Wann ist die beste Zeit für Camping in Island?

Die Sommertemperaturen liegen in Island nachts bei 5°C bis 15°C (wenn die Sonne scheint, also die Mitternachtssonne sich nicht hinter Wolken versteckt). Demnach ist der Sommer natürlich die Zeit zum Campen in Island, gerade wenn man im Zelt schlafen möchte.

Im frühen Herbst und späten Frühling kann man auf jeden Fall im Camper-Van, Wohnmobil oder einem anderen Gerät, das dickere Wände als ein Zelt hat, draußen schlafen. Klar kann man auch im Zelt schlafen, aber das bitte nur, wenn man weiß, was man da tut und dementsprechend ausgestattet ist.

Im Winter wird es lebensfeindlich, das muss man dann wirklich wollen. Hier ist es wichtig, neben der richtigen Ausrüstung auch das mentale Mindset mitzubringen.

Unabhängig von der Jahreszeit kann das Wetter übrigens immer für Überraschungen gut sein. Daran solltest du vor deinem Camping-Trip nach Island denken. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass schlechtes Wetter beim Camping oder einem anderen Draußen-Urlaub ziemlich an den Nerven zerren und ganz schnell die Stimmung kaputt machen kann.


In Island einen Camper mieten

Wahrscheinlich der einfachste und bequemste Weg, in Island zu campen. In Island gibt es viele Anbieter für Camper-Vans, Autos mit Dachzelten und sogar Wohnmobilen. Inzwischen gibt es sogar ein paar deutsche Anbieter, die diese Wägen in Island vermieten.

Einer von den deutschen Anbietern ist Campstar, mit denen ich eine kleine Kooperation habe. Hinter Campstar steckt ein Team von Reiseliebhabern mit der Mission, den Bedürfnissen aller Wohnmobil-Mieter der Welt gerecht zu werden.

Sie arbeiten mit Wohnmobil-Anbietern weltweit und eben auch in Island zusammen und nachdem ich mich bei ihnen durchgeklickt und sie mit anderen Anbietern verglichen habe, kann ich sagen: hier findet man auf jeden Fall das passende Gefährt für seinen Roadtrip zu einem absolut fairen Preis – 10 Tage im Sommer 2022 kosten ab 2.970,00€ (ein Suzuki Jimny kostet im gleichen Zeitraum beim Mietwagenverleih meines Vertrauens umgerechnet 2.340 €).

Wenn du dich bei Campstar umschauen und vielleicht sogar einen Van für deinen Island-Trip buchen möchtest, würde ich mich sehr freuen, wenn du diesen Link benutzt: Campstar x Halló Ísland (Affiliate).

Der große Vorteil, einen Van in Island zu mieten, ist ja, dass man fix mit dem Flugzeug hin und wieder zurück fliegen kann und Camping in Island damit auch für Personen zugänglich gemacht wird, die nicht ewig Zeit für An- und Abreise und/oder keinen eigenen Camper haben. Mietwohnmobile und -Camper sind in der Regel mit allem ausgestattet, was man zum Camping benötigt und so ausgebaut, dass man auch mal einen Regentag drinnen verbringen kann.


Mit dem eigenen Wohnmobil nach Island fahren

In den letzten Jahren hat es an großer Beliebtheit gewonnen, mit dem eigenen Wohnmobil, Wohnwagen oder Reisebus nach Island zu fahren. Das ist mit der Fähre ab Hirtshals in Dänemark möglich.

Positiv an der ganzen Sache: man kennt sein Fahrzeug. Ich weiß in meinem Bulli zum Beispiel genau, welches Lämpchen ich ein paar Tage ignorieren kann und welches Motorgeräusch noch okay ist.

Der Nachteil: man braucht sehr viel mehr Zeit um mit dem eigenen Fahrzeug nach Island zu reisen und es ist nicht besonders günstig.

Mit der Fähre nach Island fahren

Wie schon gesagt, die Fähre nach Island fährt ab Hirtshals in Dänemark. Das ist nur 50km von der nördlichsten Spitze Dänemarks entfernt. Die Fähre selbst fährt 4 Tage und macht auf der Hin- oder der Rückreise einen Zwischenstop auf den Färöer Inseln. Wenn du die Chance hast, hier noch ein bisschen Zeit zu verbringen, tu es.

Weil ich gerade schon den zeitlichen Aspekt angesprochen habe: Ab Frankfurt würde ich ungefähr 11 Stunden fahren und den ganzen Spaß in 2 Tage aufteilen. Mit den 4 Tagen auf der Fähre wäre also 6 Tage unterwegs, bis ich überhaupt isländischen Boden unter den Füßen hätte und nochmal 6 Tage, bis ich wieder Frankfurter Boden unter den Füßen hätte.

Neben diesen 12 Tagen für An- und Abreise ist es nicht gerade günstig, mit dem eigenen Reisemobil nach Island zu reisen. Die Website von der Smyrilline sagt dazu „ab € 745 – € 1.890“ pro Person bei 2 Personen hin und zurück. Inbegriffen sind keine Mahlzeiten oder andere Leistungen.

Wenn du mich fragst, lohnt sich diese Reise vor allem dann, wenn man sehr viel Zeit in Island verbringen will, was bei einem gemieteten Camper wiederum teuer wird. Wenn du überlegst, mit dem eigenen Fahrzeug nach Island zu fahren, solltest du die Angebote von der Smyrilline im Auge behalten, manchmal gibt’s da ganz gute. Und ich würde dir empfehlen, diese Reise mit anderen Formen (Camper oder Mietwagen + Unterkünfte) gegenzurechnen.


Zelten in Island: Zelt in Básar

Camping im Zelt

Wenn du in Island zelten möchtest und ein, ich nenne es mal Durchschnittszelter bist, solltest du das auf jeden Fall im Sommer und mit dem passenden Schlaf-Setup tun. Dazu gehört neben einem guten, warmen Schlafsack auch eine Isomatte mit hohem R-Wert. Der Isomatten R-Wert gibt an, wie gut die ausgewählte Isomatte gegen Kälte von unten isoliert. Je höher, desto besser. Allerdings wird dieser Wert unter Laborbedingungen für die durchschnittlich kälteempfindliche Person ermittelt. Wenn du dazu neigst, nachts eher zu frieren, wähle lieber eine Matte mit höherem Wert.

Genug von Isomatten, auf zur Schlafsack-Wahl. Ich war mit einem Daunenschlafsack mit einer Komfort-Temperatur von -6°C im Juli in Island unterwegs und er war genau richtig. Die Komfort-Temperatur ist übrigens die Temperatur, bei der die Norm-Frau gerade so noch nicht friert. Bei isländischen Sommertemperaturen von 5°C bis 15°C in der Nacht würde ich immer 5 – 10 Grad weniger Komfort-Temperatur nehmen, damit man nicht friert (also 0°C bis -5°C sollte der Schlafsack mindestens packen).

Camping im Hochland

Das Hochland und vor allem der Campingplatz in Landmannalaugar bieten sich wunderbar für Wandertouren an. Hier kannst du dein Zelt aufschlagen und dir ein paar schöne Tage machen. In Landmannalaugar selbst gibt es außer in der Mountain Mall, einem zum Kiosk umgebauten Schulbus, keine Möglichkeit, Verpflegung zu kaufen. Du solltest also alles wichtige dabei haben. Es gibt Duschen und Toiletten und man kann in der heißen Quelle baden.


Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Beitrag helfen, besser über Camping in Island bescheid zu wissen und dich auf deine Reise vorzubereiten. Wenn du weiteren Input zum Thema hast, lass mir gerne einen Kommentar da 🙂

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Sabrina

Góðan daginn!
Ich heiße Sabrina und das mit Island und mir hat schon angefangen, als ich ein Kind war. Meine Eltern hatten mir damals das Buch “Glósi mein Islandpferd” geschenkt und mein größter Wunsch war es, mal auf dem Rücken eines Isländers durch Island zu reiten. 2013 habe ich mir diesen Wunsch endlich erfüllt und Island steht seitdem jährlich auf meiner Reiseliste.

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