Island hat sich in den letzten Jahren zum europäischen Zentrum für Whale Watching entwickelt. Kein Wunder, hier leben schließlich 23 verschiedene Walarten. In diesem Text möchte ich dir alles wichtige über Wal-Beobachtung und Wale in Island erzählen.

Wann kann man in Island Wale beobachten?

Die wichtigste Info zuerst: Die beste Zeit zum Whale Watching in Island sind die Sommermonate. Zwischen Juni und August sind auch die großen Walarten in den Gewässern rund um Island am Start. Weil ihre Futterzeit tagsüber ist, sind sie dadurch oft an der Oberfläche zu sehen, ideal also für eine Whale-Watching Tour.

Wenn deine Islandreise nicht im Sommer geplant ist, musst du nicht traurig sein: Man kann in Island ganzjährig Wale beobachten, muss dafür dann aber ein bisschen Glück haben und in der richtigen Region unterwegs sein. Im Winter bietet sich vor allem Snæfellsnes zur Beobachtung von Schwertwalen an.

Wo kann man in Island am besten Wale beobachten?

Es gibt ein paar Gebiete, in denen man Wale besonders gut beobachten kann. Island ist recht gut gelegen: Mit viel Tageslicht und einer Mischung aus kalten und warmen Meeresströmungen beheimaten die flachen Fjorde der Insel eine Vielfalt an Krill und Fischen, was wiederum die Nahrungsgrundlage der Wale stellt, weshalb sie von Island angezogen werden.

Whale Watching in Reykjavík

Whale Watching Touren in Reykjavík starten meist am alten Hafen und werden von vielen Anbietern angeboten. Am alten Hafen findet man außerdem das Wal-Museum Whales of Iceland, in dem man viel über die großen Meeresbewohner erfährt.

Auf Touren ab Reykjavík hat man gute Chancen, Mink- und Buckelwale, Weißschnauzendelfine und Schweinswale zu sehen. Die Touren sind ganzjährig verfügbar und im Sommer gibt es sie oft im Paket mit Puffin-Touren.

Whale Watching in Húsavík

Húsavík im Norden ist DAS Wal-Zentrum in Island. Hier hat man zwischen April und November eine 99%-ige Chance, Buckel-, Mink- und Blauwale zu sehen. Außerdem leben hier Weißschnauzendelfine. In Húsavík hat man die Möglichkeit, seine Whale Watching Tour auf traditionellen Schiffen zu machen, was auf jeden Fall eine Erfahrung wert sein sollte.

Whale Watching in Akureyri

Touren ab Akureyri sind in der Regel familienfreundlicher als Touren in Húsavík oder anderen Orten. Hier sind die Schiffe einfach kinderfreundlicher. In Akureyri kann man Buckel-, Mink- und Schweinswale, wie auch Weißschnauzendelfine sehen. Touren werden ganzjährig angeboten.

Whale Watching in Hólmavík

Auch in den Westfjorden gibt es Wal-Touren. Ab Hólmavík kann man zwischen Juni und September Buckelwale, Zwergwale und Weißschnauzendelfine beobachten.

Whale Watching auf Snæfellsnes

Wer Lust auf die richtig großen Wale hat, sollte seine Tour ab Snæfellsnes machen. Hier hat man zwischen April und Oktober die Chance, Orcas, Pott- und Minkwale, Buckelwale, Weißschnauzendelfine und Schweinswale zu sehen.

Ich freue mich sehr, dir als Partnerin von Láki-Tours Whale Watching Touren in Grundarfjörður und Ólafsvík anbieten zu können. Snæfellsnes ist schließlich mein Lieblingsteil von Island und ich habe Láki als Partner gewählt, weil sie sich für den Schutz von Walen einsetzen und nach dem Ice Whale Code of Conduct operieren, der sogar von einem der Eigentümer mit formuliert wurde.

Winter-Touren ab Grundarfjörður

Die Winter-Tour ist perfekt für dich, wenn du Island im Winter besuchst und Orcas sehen möchtest. Snæfellsnes ist der einzige Ort, an dem diese Walart regelmäßig gesehen wird. Die Tour startet in Grundarfjörður, der kleinen Stadt gleich neben dem bekannten Berg Kirkjufell, was sie nochmal ein bisschen schöner macht. Auf der Tour werden meistens auch Weißschnauzendelfine gesehen.

Die Winter-Tour zwischen dem 20. Dezember und dem 06. Januar um 11:00 Uhr, und vom 15. Februar bis zum 28. Februar statt um 13:00 Uhr statt.

  • Dauer: 2 bis 3,5 Stunden
  • Sprache: Englisch
  • Warme Kleidung wird empfohlen


Sommer-Touren ab Ólafsvík

Wenn du Island im Sommer besuchst und Lust auf Whale Watching mit Orcas hast, kann ich dir diese Tour empfehlen. Ólafsvík liegt im Westen von Snæfellsnes am Fuße des Gletschers Snæfellsnjökull. Hier hast du gute Chancen, neben Orcas auch Weißschnauzendelfine, Pott- und Grindwale zu sehen. Mit ein wenig Glück können auch Buckel- und Minkwale erspäht werden.

Die Sommer-Touren starten vom 01. und 31. März und vom 16. Juni bis 30. September jeweils um 10:00 und 14:00 Uhr, vom 01. April bis 15. Juni nur um 14:00 Uhr.

  • Dauer: 2 bis 3,5 Stunden
  • Sprache: Englisch
  • Warme Kleidung wird empfohlen

Was kostet Whale Watching in Island?

Die Kosten von Whale Watching Touren hängen zum einen natürlich vom Wechselkurs der Isländischen Krone ab, zum anderen von der Location, ab der man die Tour unternehmen möchte und vom Anbieter ab.

Bei meiner Recherche habe ich die Classic Touren von Anbietern, die nach dem Ice Whale Code of Conduct arbeiten, herangezogen.

In Reykjavík kostet eine klassische Tour zwischen 7.900 ISK und 11.990 ISK. Umgerechnet sind das ungefähr zwischen 50,00 und 90,00 Euro.

Touren in Nord-Island kosten zwischen 9.900 ISK und 11.990 ISK. Das sind umgerechnet zwischen 65,00 und 90,00 Euro.

In Snæfellsnes kosten die Winter-Touren 10.400 ISK und die Sommer-Touren 9.900 ISK, also umgerechnet ca. 70,00 Euro im Winter und 65,00 Euro im Sommer.

Welche Wale gibt es in Island?

In Island gibt es – je nachdem, wen man fragt – zwischen 20 und 30 Walarten. Mit großer Wahrscheinlichkeit kannst du diese Wale antreffen:

Minkwale

Minkwale sind die am meisten verbreiteten Wale in den isländischen Gewässern. Viele kommen im Sommer, ein paar bleiben sogar über den Winter. Obwohl sie im Wal-Vergleich relativ klein sind, kommen sie auf eine Länge von bis zu über neun Metern. Sie sind recht scheu, aber so zahlreich vorhanden, dass man sie regelmäßig von allen Whale Watching Häfen aus sehen kann.

Buckelwale

Buckelwale verbringen ihren Sommer in Island und sind im Gegensatz zu den Mineralen ziemlich gesellig und akrobatisch. Man sieht sie auf Touren oft springen und mit ihren Schwänzen und Flinken auf’s Wasser klatschen. Touranbieter aus dem Norden brüsten sich damit, dass sie schon Saisons hatten, in denen sie mindestens einen Buckelwal pro Exkursion erspäht haben.

Weißschnauzendelfine

Weißschnauzendelfine sind ganzjährig in Island anzutreffen und damit die am häufigsten gesichteten Delfine in Island. Sie leben hier in Gruppen von bis zu 100 Tieren und man sieht sie häufig bei den klassischen Delfin-Aktivitäten: Bugwellenreiten, Springen und Spielen an der Wasseroberfläche.

Schweinswale

Die relativ kleinen Schweinswale leben auch ganzjährig in Island und sind relativ scheu. Sie zeigen sich oft nur für wenige Augenblicke an der Wasseroberfläche, weshalb man entweder ein geschultes Auge haben, oder gut aufpassen sollte.

Orcas, bzw. Killerwale

Etwa 5.000 Orcas leben in den Gewässern rund um Island und das sogar ganzjährig. In den Sommermonaten kommen sie näher ans Ufer heran. Deshalb gibt es bei jedem Whale Watching Trip die Chance, diese Riesen zu entdecken. Ähnlich wie Schweinswale zeigen sie sich nur kurz. Nicht aber weil sie scheu sind, sondern weil sie sich nicht lange an einem Ort aufhalten. Wenn man sie zu Gesicht bekommt, ziehen sie oftmals mit ihren akrobatischen Kunststückchen eine kleine Show ab (natürlich nicht antrainiert!).

Neben diesen Walarten, die man besonders häufig in Island sieht, gibt es noch eine Reihe seltenerer Walarten, dazu gehören:

  • große Wale wie der Blau- und Finnwal
  • Zahnwale wie der Pottwal, den man im Frühling und Sommer in West-Island sehen kann, manchmal auch Belugas und Narwale
  • Grindwale
  • Schnabelwale

Unnützes Wissen: Free Willy ist ein Isländer

Keiko, der Orca auch bekannt als Free Willy wurde 1979 als 2-Jähriger im Reyðarfjörður in Ost-Island gefangen. Er wurde anschließend verkauft und hat in mehreren Aquarien und Meeresparks gelebt, wo er gelernt hat, vor Publikum aufzutreten bis er dann schließlich von den Warner Brothers Studios gerastet wurde und zum Film-Held wurde.

Mit Hilfe der Free-Willy-Foundation wurde er 1998 wieder zurück nach Island gebracht, damit er in seiner alten Heimat ein schönes Leben führen konnte. Er verbrachte dann einige Jahre in der Klettsvík-Bucht der Westmänner-Inseln, wo er für das Leben auf offener See trainiert wurde. Im August 2002 verließ er Island in einer Gruppe von wilden Killerwalen und tauchte nur einen Monat später im September im norwegischen Skålvik-Fjord wieder auf. Seine Auswilderung war nicht so gut gelungen und er war hier auf der Suche nach menschlichem Kontakt. Im Dezember 2003 ist er an einer Lungenentzündung gestorben. Keiko wurde nur 27 Jahre alt.

Walfang und -Schutz

Island ist leider eines der Länder, in denen nach wie vor kommerzieller Walfang betrieben wird. Walfang hat eine lange Tradition: die Schiffe fahren schon seit dem 12. Jahrhundert auf’s Meer. Aber Tradition heißt ja nicht, dass das was Gutes ist. Größtenteils wird das erwirtschaftete Walfleisch nach Japan exportiert oder Touristen serviert. Nur weniger als 2% der Erzeugnisse werden tatsächlich von Isländern verzehrt, damit hat das Traditions-Argument auch irgendwie ausgedient.

Seit Mitte der 80er Jahre wird der Walfang in Island immer wieder infrage gestellt und gilt inzwischen in Island als veraltetes Weltbild, das langsam aber sicher verschwindet. Seit Whale Watching in Island so populär ist, werden viele alte Walfang-Schiffe inzwischen sogar für die Beobachtungstouren genutzt.

In Reykjavík bieten viele Restaurants hauptsächlich das Fleisch von Mink-Walen an. Zum Beispiel als Tatar, Burger, Sushi und Steak. Die einfachste Form des Wal-Schutzes ist übrigens, kein Walfleisch zu probieren und die Restaurants, die eben jenes verkaufen, nicht zu besuchen. Wenn du eine Whale Watching Tour buchst, solltest du darauf achten, dass der Anbieter Mitglied im Isländischen Whale-Watching-Verband IceWhale ist. Ich habe oben ja schon vom Code of Conduct geschrieben. Dieser beinhaltet den verantwortungsvollen Umgang mit Walen auf Exkursionen und in ihm steht zum Beispiel geschrieben, dass man ausreichend Abstand zu den Tieren halten soll und bei einer Distanz unter 50 Metern den Schiffsmotor komplett ausschalten muss. Außerdem sollten Wale in einem Umkreis von 300 Metern nicht von vorne angefahren werden, damit sie ausreichend Platz zur Flucht haben, wenn sie keine Lust auf Schiffe und Boote haben.

Auf der IceWhale Website findest du alle Whale Watching Anbieter, die nach diesen Vorgaben arbeiten und eine Reihe an Wal-freundlichen Restaurants.
Auf der Website von IFAW findest du mehr Infos dazu, warum der Großteil der Wale in Island für Touris getötet werden und eine Petition gegen den Walfang in Island.

Fragen & Antworten

Falls du im Text noch nicht alles über Whale Watching in Island erfahren hast, kommen hier noch ein paar Fragen und Antworten.

  • Was ist, wenn ich (schnell) seekrank werde?
    Ich werde selbst sehr schnell seekrank, deshalb war das eine von meinen Ängsten vor meiner Whale Watching Tour. Die gute Nachricht: vor Tour-Start wird man mit Reisetabletten ausgestattet! Mein Tipp: möglichst auf dem Außendeck bleiben und auf den Horizont gucken, wenn es schwummrig wird.
  • Was sollte ich anziehen?
    Am besten ziehst du mehrere Schichten an, die du nach und nach ausziehen kannst, sollte es auf der Tour zu warm werden (eher unwahrscheinlich). Auf dem Schiff oder Boot bekommst du einen Overall, der dich gegen Nässe und Wind schützt (zieh dich bitte trotzdem dick an).
  • Was passiert, wenn ich keine Wale sehe?
    In diesem Fall gibt es von den meisten Tour-Anbietern einen Gutschein für eine weitere Tour. Mein Gutschein war sogar 2 Jahre lang gültig. Die Touren sind übrigens auch ohne Wal-Sichtungen ziemlich schön, allein schon wegen der Landschaft und der Spannung, ob das da vorne jetzt eine Welle oder eine Flosse ist.
  • Was wird auf den Schiffen angeboten?
    Das kommt ganz auf den Tour-Anbieter an. Wenn du eine der oben vorgestellten Touren mit Láki buchst, fährst du entweder auf Láki II oder Íris raus, beide Schiffe haben einen Innenraum zum Aufwärmen, sonst jedoch nicht so viel Komfort. Soweit ich das richtig recherchiert habe, gibt es keine Toiletten an Bord.
  • Muss ich meine Tour im Voraus buchen oder geht das spontan?
    Im Winter würde ich sagen, dass ein bis zwei Tage vorher reichen. Hier lohnt es sich auch, direkt beim Anbieter anzurufen und zu fragen, ob überhaupt Touren stattfinden. Das isländische Wetter macht einem bekanntlich ja gern mal einen Strich durch die Planung. Im Sommer würde ich auf jeden Fall im Voraus buchen. Da ist der Andrang in der Regel viel höher als im Winter.

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