Nordlichter in Island

Nordlichter in Island

Von etwa Oktober bis April kann man in Island Nordlichter sehen.
Island bringt bereits die beste Voraussetzung mit, Nordlichter zu sehen: Fährt man aus den Städten heraus, ist es stockfinster und kein Lichtlein verschmutzt die Sicht.
Man kann Nordlichter auf eine Faust jagen oder man nimmt an einer Tour teil, die einen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu den besten Nordlicht-Spots bringt.

Das Wichtigste im Überblick:

• Nordlicht-Saison: Ende September bis April
• Wetterbedingungen: Dunkelheit, wolkenlos
• Orte: überall, wo es wenig Lichtverschmutzung gibt [/grey_box]

Was sind Nordlichter überhaupt?

Erstmal ein wenig Hintergrundwissen, was überhaupt hinter diesem Naturspektakel steckt. Nordlichter, beziehungsweise Polarlichter entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwinds aus der Magnetosphäre auf Sauerstoff- und Stickstoffatome in den oberen Schichten der Erdatmosphäre treffen und diese ionisieren. Bei der darauf folgenden, sogenannten Rekombination entsteht das grüne Licht. Soviel zur Physik. Sonnenwind-Teilchen treffen auf Erdatmosphäre und zaubern wunderschöne, tanzende Lichter an den Himmel. Sie können grün sein, aber auch rot, violett oder blau.

Auf Island habe ich bisher nur grüne Polarlichter gesehen, aber es gibt Fotos, wo sie violett sind (eins meiner Nordlicht-Ziele by the way).

Nordlichter in Island

 

Nordlichter in Island

Überall in Island können Nordlichter auftreten. Damit man sie sieht, sollte man am besten in eine Region, die frei von Lichtverschmutzung ist. Oder dort hin, wo die Lichtverschmutzung nur ganz gering ist. Das heißt: raus aus Reykjavík! Wer schonmal abends im Dunkeln über die Route 1 von Kollafjörður Richtung Hauptstadt gefahren ist, weiß, dass die Stadt nachts unter einer großen Lichtglocke liegt.

Fährt man bereits ein bisschen aus der Stadt raus, zum Leuchtturm Grótta auf der Halbinsel Seltjarnarnes, kann man schon Glück haben, die Lichter zu sehen. Hier war ich bereits 2x erfolgreich. Es ist ganz witzig, da dieser Ort zum einen von Touristen zum Nordlicht-Spotting genutzt wird, zum anderen aber auch von Isländischen Jugendlichen zum Rumhängen. So stehen hier Abends echt viele Autos, deren Fahrer entweder Kameras aufgestellt haben oder Fast-Food Tüten dabei haben.

Weiter raus hat man natürlich noch bessere Chancen. So hatte ich 2013 die Idee, man könne sich ja, ohne vorher Infos über Wetter und Nordlicht-Wahrscheinlichkeit einzuholen, in den Þingvellir Nationalpark stellen und warten, bis sich die Lichter zeigen. In dieser Nacht hat sich exakt gar kein Nordlicht gezeigt, dafür habe ich 2 Sternschnuppen gesehen. Immerhin.

Nordlicht-Tour oder auf eigene Faust jagen?

Ob man eine Tour macht oder versucht, auf eigene Faust den Nordlichtern hinterherzujagen, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Eine Tour ist natürlich in allen Fällen viel bequemer weil man sich nicht um den richtigen Ort, die Wettermeldungen, die Nordlichtwahrscheinlichkeit, ein warmes Auto und andere Faktoren kümmern muss. Mit dem Mietwagen ist man flexibler und diese Methode lohnt sich natürlich wenn man den Nordlicht-Moment nicht mit vielen Menschen teilen möchte.

Im Winter werden täglich Nordlicht-Touren angeboten.
Meistens dauern sie 3-5 Stunden und führen ins dunkle Umland von Reykjavík, zum Beispiel Richtung Keflavík, Akranes oder Inland. Je nach Anbieter wird man für diese Touren am Hotel abgeholt oder trifft sich an einem zentralen Ort, wie zum Beispiel der Harpa. Der Guide spricht in der Regel Englisch und man wird mit Proviant versorgt oder kann es zumindest im Bus kaufen.

Anbieter von Nordlicht-Touren wissen ganz genau, wo sich die grünen Lichter tummeln und so fährt man mit einer Tour nicht ziellos durch die Gegend, wie es im Mietwagen der Fall sein könnte.

Nordlicht-Tour buchen

Du hast Lust, Nordlichter zu jagen, aber nicht auf eigene Faust rauszufahren? Dann ist eine Nordlicht-Tour genau das richtige für dich! Gemeinsam mit BusTravel Iceland biete ich Nordlicht-Touren rund um Reykjavík an. Spannend für dich?
→ Zur Nordlicht-Tour 

Nordlichter fotografieren

Uargh, das ist ein Thema, wo ich selbst kein Profi bin, aber Profis kenne und weiterhin übe, übe, übe. Man muss ja nur wissen, wen man fragen kann. Deshalb hier die „Anleitung“ eines befreundeten Fotografen:

  • klaren Himmel außerhalb von städtischer Lighpollution finden (easy)
  • Kamera auf’s Stativ
  • ISO auf 100 fixen
  • Weitwinkel-Objektiv nehmen (je lichtstärker desto besser, also Offenblende am besten 2.8 oder heller)
  • Weil Fokusieren nachts automatisch tricky ist, Linse auf manuell stellen und unendlich eindrehen (zur Not mit f8 bis f11 vorher checken ob Fokus gut)
  • Weißabgleich auf Auto lassen, der lässt sich hinterher shiften
  • Kamera in AV Modus bringen (Blendenautomatik) und 2.8 oder was man halt als größte Blende zur Verfügung hat
  • Ein Kabelauslöser wäre jetzt super (oder auch gut: falls man die Kamera mit dem Handy steuern kann –> machen)
  • Belichtungen um die 10 Sekunden wären ein vernünftiger Anfang
  • Erstmal die Kamera in AV machen lassen was sie als Belichtungszeit vorschlägt

oder Variante B:

  • einschließlich Fokus alles gleich, aber Kamera in „Bulb“ Modus bringen
  • Geht nur in Verbindung mit Fernauslöser (Kabel oder Handy)
  • Die Blende bleibt so lange offen, wie man den (Fern)-Auslöser drückt: experimentieren – mit 5 Sekunden anfangen (einfach im Kopf abzählen)
  • Ergebnis (und am besten Histogramm dabei checken)
  • Auf keinen Fall überbelichten, immer ein bisschen unter max bleiben
  • Unbedingt alles nur in RAW schießen

Alles klar? Wenn man das dann hinbekommt, kriegt man bestimmt so schöne Bilder wie dieses hier:

Bunte Nordlichter über einem Wald in Island


Keine Gewähr

Ich habe viele hier Infos zu Nordlichtern auf Island nach bestem Wissen, Gewissen und Recherche zusammengetragen. Trotzdem bin ich leider nicht vor Fehlern geschützt, deshalb möchte ich keine Gewähr übernehmen. Am Besten informierst du dich auch immer Vor-Ort über das Wetter, die Straßenverhältnisse und aktuelle Preise von Nordlicht-Touren. Wenn du weitere Tipps hast, freue ich mich, wenn du einen Kommentar da lässt. Danke ♡

Kategorie Blog, Islandreise
Autor

Góðan daginn! Ich heiße Sabrina und das mit Island und mir hat schon angefangen, als ich ein Kind war. Meine Eltern hatten mir damals das Buch “Glósi mein Islandpferd” geschenkt und mein größter Wunsch war es, mal auf dem Rücken eines Isländers durch Island zu reiten. 2013 habe ich mir diesen Wunsch endlich erfüllt und Island steht seitdem jährlich auf meiner Reiseliste.

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