Island im Winter

Goðafoss Wasserfall in Island im Winter

Der isländische Winter steht vor der Tür und damit auch meine Lieblingsjahreszeit im Norden. Ich war bisher 4x im Winter in Island und fand jedes Mal auf seine eigene Art ziemlich gut.

Wait, what? Wann ist denn überhaupt in Island Winter?

Der isländische Winter beginnt im November und dauert bis in den frühen März hinein. Ich persönlich sehe das Iceland Airwaves Anfang November gerne als Startpunkt, Ostern als Ende des Winters. Das ist ein bisschen länger als er tatsächlich dauert, aber in dieser Zeit kann es gut sein, dass Island mit dickem Winterwetter auffährt.

Island im Winter bereisen

Wenn du Island im Winter bereist, mach dich auf Schnee und Dunkelheit gefasst. Wenn du auf schlechtes Wetter vorbereitet bist, schadet das auch nicht. Und stell dich bitte auch auf Aufwärmen im Hotpot ein! Das ist der beste Teil am isländischen Winter.

Sonnenuntergang in Akureyri, November 2017

Island im Winter ist ziemlich schön. Die Temperaturen können je nach Region bis in den zweistelligen Minusbereich runtergehen (looking at you, -12°C in Akureyri!) und ohne die richtige Kleidung kann es draußen schnell ungemütlich werden. Es kann schneien, es kann frieren, es kann Chaos auf den Straßen geben, nicht alle Sehenswürdigkeiten sind erreichbar, ABER dafür sind auch weniger Menschen unterwegs. Und die Landschaft ist erfahrungsgemäß mindestens in eine dünne Schneeschicht gehüllt, was sie nochmal schöner macht, wie ich finde. Die Abende laden ein, sich ganz isländisch im Schwimmbad aufzuwärmen und danach ein Bierchen zu trinken. Und weil es schon so früh dunkel wird, kann man den Abend vorziehen und dementsprechend auch früh ins Bett. Ideal für Winterschläfer wie mich.

Wie dunkel ist es in Island im Winter?

Das Tageslicht zeigt sich in der Regel gegen Mittag und verschwindet am Nachmittag schon wieder, dazwischen scheint die Sonne golden (wenn sie scheint) und ist damit perfekt für Fotos und Draußen-Aktivitäten.

An bewölkten Tagen kann es sein, dass es gar nicht richtig hell wird. Wenn du Probleme mit der Dunkelheit in Deutschland hast, würde ich dir abraten, einen längeren Zeitraum im Winter in Island zu verbringen. Oder mit Vitamin D Tabletten gegen Energielosigkeit und schlechte Laune vorzusorgen.

Island im Winter - Südküste

Tageslicht am frühen Nachmittag, Südküste im November 2017

Was kann man im Winter in Island tun?

Fast alles, was man zu den anderen Jahreszeiten auch machen kann. Es gibt im Winter allerdings keine Puffins und vom Whale Watching würde ich auch abraten (zu kalt, zu nass und zu geringe Wahrscheinlichkeit, Wale zu sehen).

Sofern kein Schneesturm das Land lahmlegt, kann man im Winter problemlos den Golden Circle, die Südküste und auch Snæfellsnes anschauen.


Reykjavík im Winter

In Reykjavík haben die Museen geöffnet, auf dem Land sollte man sich vorher erkundigen. Im Dezember stellt sich Reykjavík langsam auf die Weihnachtszeit ein. Das bedeutet: Weihnachtsdeko und -Beleuchtung! Damit wird die Stadt noch ein bisschen muckeliger als sie ohnehin schon ist.

An trockenen Wintertagen empfehle ich einen Spaziergang entlang der Küste zwischen Norðurstrand und dem alten Hafen, wo man sich anschließend ein Eis kaufen kann (Eis geht in Island zu jeder Jahreszeit, besonders im Winter). Wenn man eh schon am alten Hafen ist, kann man sich beim Bryggjan Brugghús aufwärmen. Mit Blick auf die Braukessel und in gemütlicher Atmosphäre gibt es selbstgebrautes Bier zu okayen Preisen. Zurück in die Kälte würde ich nur noch den Weg ins nächste Schwimmbad zurücklegen, wo ich die nächsten Stunden im Hotpot verbringen würde.

Blaue Lagune im Winter

Die Blaue Lagune kann man ganzjährig besuchen und bei leichtem Schneefall ist sie einfach perfekt! Mit etwas Glück kann man sogar im blauen Wasser liegen und Nordlichter sehen.

Die Winteröffnungszeiten sind von 8:00 Uhr bis 21:00 Uhr und die Eintrittspreise beginnen im Comfort-Paket (günstigste Option) je nach Tageszeit bei 79,00€.

alles Wichtige über die Blaue Lagune

Nordlichter in Island

Machen wir uns nichts vor: Das schönste am isländischen Winter sind die Nordlichter. Auch wenn es keine Garantie gibt, welche zu sehen, sind die Chancen an unbewölkten Tagen relativ hoch. Durch die frühe Dunkelheit muss man sich auch gar nicht bis mitten in die Nacht wachhalten, sondern kann sie auch relativ früh sehen (ich hatte das Glück, sie im November 2017 gegen 19:00 Uhr zu sehen).

hier findest du alles über Nordlichter in Island

Erfahrungen und Tipps für Island im Winter

Wie schon gesagt: ich war bisher 4x im Winter in Island (vielleicht auch schon 5x, ich bin mir nicht so sicher). Ein wichtiger Tipp aus meiner Erfahrung: sei flexibel.

Es kann gut sein, dass dir das Wetter einen Strich durch deine Planung macht und du zum Beispiel in Reykjavík „gefangen“ bist weil die Straßen rund um die Stadt gesperrt sind. Þetta reddast, Reykjavík ist im Winter wunderschön.

Wenn du nicht so geübt bist, im Schnee mit dem Auto zu fahren, mach lieber eine Bustour anstatt einer Tour mit dem Mietwagen. Gerade auf vereisten Straßen macht es echt keinen Spaß zu fahren. Ich bin mal 15 Meter über eine Kreuzung geschliddert weil mein Mini-Hyundai nicht den Halt hatte, den er zum Bremsen gebraucht hätte, solche Aktionen sind richtig gruselig (und das sage ich, obwohl ich meinen Führerschein im tiefsten Sauerländer Winter gemacht habe).
Tipps zum Autofahren in Island

Was ist schöner: Island im Winter oder Island im Sommer?

Ob Island im Winter oder Sommer schöner ist, ist Geschmacksache. Es kommt einfach drauf an, was man machen möchte und erwartet.

Ich persönlich finde Island im Winter schöner, wobei schöner da auch das falsche Wort ist. Island im Winter hat einfach seinen eigenen Charme. Ich mag die Dunkelheit und ich mag Schnee. Ich habe allerdings auch schon viel von Island gesehen und muss nicht meine komplette Bucketlist in einen Urlaub packen. Für den ersten Besuch von Island würde ich den späten Sommer oder frühen Herbst vorziehen. Ansonsten: immer Winter.

Blick auf den Fjord von Akureyri

Akureyri am Vormittag, November 2017

Die richtige Kleidung für Island im Winter

… ist dick und auf alles vorbereitet. Es gibt nämlich nichts schlimmeres, als zum Beispiel am Gullfoss zu stehen und zu frieren.

Ich empfehle Merino-Unterwäsche, einen Islandpulli und eine ordentliche Winterjacke (nicht so eine, die man in den gängigen Fast-Fashion Ketten findet). An den Füßen empfehle ich Schuhe mit Profil, die man mit einem dicken Paar Socken tragen kann.

Meine Packliste für Island im Winter

Wenn ich den ganzen Tag draußen bin und von unten nach oben:

Das reicht normalerweise ganz gut aus, um nicht zu erfrieren. Ich mag besonders die Kombination aus Merino-Shirt, Sweatshirt und Islandpulli, die es möglich macht, bis zu einer halben Stunde ohne Jacke draußen zu sein (das trifft auf mich zu und nicht zwingend auf andere).
meine Island-Packliste


Nach so viel Island im Winter: was ist deine liebste Jahreszeit für Island und warum? Warst du schon im Winter in Island und wie hat es dir gefallen? Lass gern einen Kommentar da!

Kategorie Islandreise
Autor

Góðan daginn! Ich heiße Sabrina und das mit Island und mir hat schon angefangen, als ich ein Kind war. Meine Eltern hatten mir damals das Buch “Glósi mein Islandpferd” geschenkt und mein größter Wunsch war es, mal auf dem Rücken eines Isländers durch Island zu reiten. 2013 habe ich mir diesen Wunsch endlich erfüllt und Island steht seitdem jährlich auf meiner Reiseliste.

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