Alleine nach Island reisen

Island ist ein wunderbares Land, egal ob man es alleine bereist oder nicht. Ich war zwei Mal alleine in Island und würde jederzeit meine Tasche packen und es wieder tun.

Sicherheit in Island

Island gilt als eines der sichersten Länder der Welt. Die größte Gefahr geht wahrscheinlich sogar durch die Naturgewalten aus. Das auswärtige Amt sagt, man solle die üblichen Vorsichtsmaßnahmen gegen Kleinkriminalität walten lassen und laut Mordstatistik gab es in Island seit 2000 nur 36 Morde auf der Insel, das sind im Schnitt weniger als zwei pro Jahr (Stand Januar 2018). Es gibt bei Wikipedia sogar eine Liste über alle Morde, die seit 1874 auf der Insel passiert sind, das sind echt nicht viele (→ Morð á Íslandi).

Ich denke, die Sicherheit in Island liegt vor allem in der eigenen Hand. Klar gibt es auch Kleinkriminelle. Die hauptsächliche Gefahr in Island liegt aber bei den Naturgewalten. Island ist schließlich eine Vulkaninsel und man sollte nicht zur falschen Zeit am falschen Ort sein. Für Vulkanausbrüche gibt es Krisen- und Evakuierungspläne, also ist das auch relativ safe. Unfälle, die das Land unsicher machen, passieren vor allem an den beliebten Touristen-Spots oder weil sich Leute überschätzen. So hörte man in den letzten Jahren immer häufiger, dass Menschen Wasserfälle heruntergefallen sind oder am Reynisfjara Strand von einer Welle ins Meer gezogen wurden. Sorry, das ist meiner Meinung nach einfach Dummheit und hat nichts mit Unsicherheit zu tun.

Alleine als Frau nach Island reisen

Mit dem Wissen, dass Island sehr sicher ist, fühlte es sich für mich in der Vergangenheit auch sicher an, als Frau alleine nach Island zu reisen. Ich war zwei Mal allein auf der Insel, für meine Laugavegur-Wanderung und für das Iceland Airwaves. Gerade beim Airwaves hatte ich nicht das Gefühl, aufmerksamer oder vorsichtiger zu sein, als ich es beim Feiern mit Freund*innen auch sein müsste.

Da ich das Airwaves in Akureyri besucht hatte, habe ich alleine einen Roadtrip dorthin unternommen, auch das war sicher. Beim Herumreisen im Norden habe ich mich ein wenig überschätzt und das dann auch schnell gemerkt. Ich war im Schneesturm mit Kleinwagen unterwegs um mir Góðafoss und Dettifoss anzuschauen. Knapp nach Góðafoss bin ich umgekehrt weil die Straßenverhältnisse zu unsicher wurden.

An den Tagen, an denen ich alleine auf dem Laugavegur unterwegs war, war meine größte Angst, dass ich mich verletzen könnte und mich niemand findet. Hier war meine Sicherheit also auch eine Frage der Selbsteinschätzung und der eigenen Vorsicht. Dass mich jemand ausraubt, habe ich von Anfang an als sehr unwahrscheinlich gesehen.

Notfallnummern für Island

Die zentrale Notfallnummer ist in Island die 112.

Je nach Situation gibt es verschiedene Stellen, die helfen können:

  • Polizei, bzw. Lögreglan: im Notfall erreichbar über die 112, wenn es kein Notfall ist, findet man auf ihrer Website spezielle Nummern für die einzelnen Landesteile. Die Nummer für Reykjavík ist 444 1400
  •  Notarzt: im Notfall 112, wenn es kein Notfall ist, trotzdem das Krankenhaus sein soll: 543 1000
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 1770
  • Zahnärztlicher Dienst: 575 0505
  • Bergwacht, bzw. ICE-SAR: im Notfall 112, sonst über safetravel.is, wo man auch seinen Reiseplan hinterlegen kann
  • Feuerwehr: im Notfall 112, sonst über shs.is
  • Deutsche Botschaft: 530 1100 von Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr
  • Infos über Straßenverhältnisse durch road.is: 1777 oder auf road.is

Leute kennenlernen in Island

Ein Thema, wenn man alleine reist, ist ja Leute kennenlernen. Außer man will unbedingt nur allein sein. Hier ist es wie in anderen Ländern auch: man trifft neue Leute am besten da, wo sie sich herumtreiben. Als allein reisende Vielreisende kann ich sagen, am besten lernt man andere Touristen in Hostels kennen. Wenn man nicht im Hostel unterkommt, kann man sich in den meisten Hostels an die Bar oder in die Gemeinschaftsräume setzen. Das kontrolliert meiner Erfahrung nach nie jemand.

In Island habe ich gute Erfahrungen mit Tinder gemacht. Ja, dieser komischen Dating-App. Hierüber habe ich sogar einen inzwischen echt guten Freund gefunden, den ich jederzeit in Island besuchen kann, wenn ich nicht alleine reisen will. Mein Tipp hierbei ist, in den Profiltext zu schreiben, dass man nicht daten, sondern rumhängen will. Achtung: das machen sehr viele Island-Touristen, auch weil es für viele eine tolle Möglichkeit ist, Geld für Touren zu sparen. Geht bitte nicht mit diesem Ansatz an die Sache ran.

Ein anderer Klassiker um Leute kennenzulernen sind Cafés, Bars oder Veranstaltungen wie Poetry Slams oder Stand-Up Comedy oder was es da nicht alles gibt. Im Stúdentakjallarin gibt es sehr große Tische, wo man sich zu anderen Leuten setzen und mit ihnen ins Gespräch kommen kann. In Cafés kann man sich oft auch einfach zu anderen Leuten dazu setzen.

Ansonsten kann man Menschen auf organisierten Touren kennenlernen. Ich würde hierfür vor allem die Private Walking Tour von und mit Auður von I Heart Reykjavík empfehlen. Ich habe sie selbst noch nie gemacht, aber sie steht ganz oben auf meiner Liste und ist so sympathisch, dass ich mir 100% vorstellen kann, dass nur nette Leute daran teilnehmen.

Ist Island teurer wenn man alleine reist?

Ich würde sagen, es ist ein bisschen teuerer weil man die Kosten, die sich klassischerweise gut teilen lassen, allein tragen muss. Damit meine ich vor allem Übernachtungen und Mietwagen. An anderen Orten wie dem Essen spart man hingegen, wenn man allein reist. Und man muss keine Unternehmungen machen, die die mitreisende Person machen möchte. Dadurch kann man wahrscheinlich auch sparen.

Wenn du deine Übernachtung über booking.com buchst, möchte ich dir gerne einen 15,00€ Gutschein schenken. Damit wird die Reise allein dann auch nicht so teuer.


Bist du schonmal alleine nach Island gereist? Wie war das für dich? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Ich würd mich sehr über deinen Kommentar freuen!

Kategorie Islandreise
Autor

Góðan daginn! Ich heiße Sabrina und das mit Island und mir hat schon angefangen, als ich ein Kind war. Meine Eltern hatten mir damals das Buch “Glósi mein Islandpferd” geschenkt und mein größter Wunsch war es, mal auf dem Rücken eines Isländers durch Island zu reiten. 2013 habe ich mir diesen Wunsch endlich erfüllt und Island steht seitdem jährlich auf meiner Reiseliste.

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